https://www.faz.net/-gzg-9jhy4

Obdachlose in Frankfurt : „Es ist besser und wärmer hier drin“

Schirmherr: Radames Eger in dem Raum des Wasserturms, den er zurzeit bewohnt. Aus Schirmen macht er unter anderem Kleidungsstücke für Obdachlose. Bild: Carlos Bafile

Ein junger Brasilianer lebt seit Tagen im alten Wasserturm im Gallus. Er will auf diese Weise auf die Situation Obdachloser aufmerksam machen. Aber eigentlich findet er, dass die Stadt gut für die Menschen sorgt.

          3 Min.

          Radames Eger steht in der ersten Etage des alten Wasserturms auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände und reibt sich die rotgefrorenen Hände. Auf dem Boden liegt allerlei Krimskrams, auf einem improvisierten Tisch steht ein Campingkocher, die Wand zieren Graffiti, und die Fensterscheiben sind zerbrochen. Es ist kalt. Am Treppenaufgang zur nächsten Etage ist eine Hängematte angebracht. In ihr schläft Eger seit einigen Tagen. Aus Protest, wie er sagt.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Radames Eger ist 35 Jahre alt und brasilianischer Staatsbürger. Er sagt, dass er mit der Besetzung des Wasserturms auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen will. Sechs Männer, laut Eger vier Deutsche und zwei Bulgaren, die keine Wohnung haben, sind ebenfalls in dem Bau untergekommen – aber gerade nicht da. Sie leben auf der zweiten Etage des Wasserturms. Einen Blick dorthin zu werfen, verwehrt Eger.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+