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OB-Wahl in Mainz : Schlappe für die Grünen

  • -Aktualisiert am

Wahlkampf ist vorbei: Die Grünen-Kandidatin Tabea Rößner (2.v.l.) wird nicht Oberbürgermeisterin von Mainz. Bild: Michael Kretzer

Die Grünen-Kandidatin Tabea Rößner wollte Oberbürgermeisterin von Mainz werden. In die Stichwahl hat sie es jedoch nicht geschafft. Gemessen an ihrem Anspruch, hat sie ihr Ziel deutlich verfehlt.

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          Im Frühjahr waren sie stärkste Fraktion im Stadtrat geworden. Da wirken die am Sonntag von ihrer Kandidatin Tabea Rößner erzielten 22,5 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl fast wie eine Schlappe für die Mainzer Grünen. Schließlich wollte Rößner die erste Oberbürgermeisterin ihrer Partei im Lande werden. Gemessen an diesem Anspruch, hat sie ihr Ziel deutlich verfehlt. Nicht einmal in die Stichwahl ist die frühere Journalistin gekommen, da halfen ihr auch die gelegentlich bemühten Wahlkampfargumente „Erstmals mal eine Grüne“ und „Endlich mal eine Frau“ nichts.

          Der die Mainzer um eine achtjährige Amtszeitverlängerung bittende Michael Ebling (SPD) hat seine Sache dagegen auffallend gut gemacht: mehr als 41 Prozent im ersten Durchgang. Der Abstand zum parteilosen, aber von der CDU unterstützten Nino Haase betrug am Sonntag immerhin fast neun Punkte.

          In der Stichwahl in zwei Wochen darf der bisherige Rathauschef – bei einer dann vermutlich deutlich geringeren Wahlbeteiligung – auf Hilfe von den Grünen hoffen. Schließlich ist man gerade dabei, gemeinsam mit der FDP das in Mainz seit zehn Jahren bestehende Ampelbündnis zu verlängern. Da dürften die Liberalen aufgeatmet haben, dass die Mainzer Grünen wieder zurechtgestutzt wurden.

          Dass er „Wahlkampf kann“ und die Bühne liebt, hat der auch in der Fastnacht als Protokoller der „Mombacher Bohnebeitel“ geschulte Ebling in den vergangenen Wochen immer wieder bewiesen. Gefährlich könnte ihm und seinen Parteifreunden allenfalls eine gewisse Überheblichkeit werden, die bei der Feier im Rathaus immer mal wieder durchklang. Das gab es schon einmal, etwa beim Duell zwischen Norbert Schüler (CDU) und Jens Beutel (SPD), dass der anfangs schwächere Kandidat am Ende doch gewonnen hat – damals hieß der Überraschungssieger Beutel.

          Einer wird gewinnen: Michael Ebling (links) oder Nino Haase
          Einer wird gewinnen: Michael Ebling (links) oder Nino Haase : Bild: Cornelia Sick

          Schließlich macht auch Eblings hartnäckigster Herausforderer Haase keinen Hehl daraus, dass er noch nicht fertig hat. Im Sport habe er gelernt, dass mit der richtigen Einstellung alles möglich sei, sagte er vor laut jubelnden Unterstützern. Dies sei denn auch die Botschaft des ersten Durchgangs. Und dann bemühte der Sechsunddreißigjährige ehemalige Rugby-Spieler noch eine Fußballweisheit: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – und das gilt genauso für eine Stichwahl.“

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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