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Weitere Großlieferung erwartet : Nur zwei Länder impfen mehr Menschen als Hessen

Hoffentlich negativ: Eine junge Frau hält einen negativen Corona-Schnelltest in der Hand. Bild: dpa

Die Corona-Zahlen sind nach der Zeit zwischen den Jahren weiter mit Vorsicht zu genießen. Derweil erwartet Hessen eine weitere große Impfstoff-Lieferung. Bei den Impfungen ist das zentral gelegene Bundesland mit vorne dabei.

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          Hessen erwartet am Freitag eine nächste Lieferung von Corona-Impfstoff. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Bund habe rund 49.000 Dosen für Hessen in Aussicht gestellt. Die Lieferung war zunächst schon für diesen Montag erwartet worden. Das Land habe bislang 100.000 Dosen erhalten, von denen die Hälfte für die wichtige zweite Impfung zurückgehalten wird. Bisher sind nur in zwei Bundesländern mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, wie aus den Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Hessen hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen am Montag gegenüber dem Vortag um 407 erhöht. Zum Sonntag wurden 591 weitere positive Corona-Tests registriert. Vor einer Woche waren es nur 370 gewesen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Bislang wurden in Hessen 2991 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gezählt. Das sind 29 mehr als am Vortag. Am vergangenen Montag hatte das für die Seuchenbekämpfung zuständige Bundesinstitut 27 weitere an oder mit Covid-19 verstorbene Personen in Hessen verzeichnet. Die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner lag bei 133,5.

          Die Zahl der neuen Fälle und jene der weiteren Corona-Toten liegt weiter unter dem jeweiligen Tageshöchststand von 3224 einerseits und 134 andererseits. Aber: „Nach wie vor ist eine hohe Anzahl an Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Das RKI schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein“, hebt das Institut in seinem täglichen Lagebericht hervor. Folgender Vergleich zeigt die Dynamik der Pandemie seit Herbst: Die Summe der seit Beginn der Pandemie im März erfassten Fälle nun bei 140.371. Bis 1. Oktober hatten die Gesundheitsämter in Hessen nur gut 19.000 positive Tests gemeldet. Zudem waren lediglich 551 Corona-Tote bekannt gewesen.

          Tägliche Impfzahlen

          Die Zahl der gemeldeten Impfungen in Hessen lag laut RKI am Montag bei 33.405. Diese Zahlen gelten für die Tage seit Beginn der Impfkampagne. Zum Montag kamen demnach 3320 Geimpfte hinzu. Die Daten könnten allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegelten nicht die Menge der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, erläuterte das RKI. Gleichwohl haben bisher nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen mehr Menschen eine Spritze gegen Corona erhalten als in Hessen. Bayern kommt bisher auf gut 66.000, Nordrhein-Westfalen auf fast 54.000. Für Rheinland-Pfalz stehen insgesamt 8282 Impfungen zu Buche.

          Derzeit sind die Impftrupps in Kliniken und Altenheimen unterwegs. Senioren über 80 Jahre können sich vom dem 12. Januar online sowie per Telefonhotline für einen persönlichen Termin in den Regionalen Impfzentren anmelden. Die Impfungen werden am 19. Januar an in den sechs Regionalen Impfzentren Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt beginnen.

          Nun wirkt sich der Trend der fallenden Zahlen auch auf die Inzidenzwerte aus: In den Städten wie Wiesbaden (93) oder Mainz (95) bewegt sich die Inzidenz unter der Marke von 100, Darmstadt nähert sich mit 64 sogar dem vermeintlich beruhigenden Wert von 50. Frankfurt (106) und Offenbach (123) sinken gleichfalls im Trend. Dunklere Flecken stellen derweil die Landkreise Gießen und Limburg-Weilburg mit jeweils einer Inzidenz von 268 dar. Sie liegen jeweils auf der schwarzen Stufe nach dem Eskalationskonzept des Landes, das unter Bedingungen nächtliche Ausgangssperren und ganztägige öffentliche Alkoholverbote bedingt.

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