https://www.faz.net/-gzg-82iqy

NSU-Prozess : Hessischer Neonazi schwänzt Zeugenauftritt

  • Aktualisiert am

Warten auf den Neonazi: Angeklagte Beate Zschäpe (zweite von links) nebst Anwälten, im Hintergrund das Richterkollegium um den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl Bild: dpa

Ein Neonazi aus Kassel sollte abermals im NSU-Prozess um Rechtsterroristen aussagen. Anders als im Februar ließ er sich aber nicht im Zeugenstand blicken.

          Ein Neonazi aus Kassel ist seiner Ladung als Zeuge am 200. Verhandlungstag des NSU-Prozesses nicht gefolgt. Stattdessen schickte er am Donnerstagmorgen eine E-Mail an das Oberlandesgericht München (OLG), die der Vorsitzende Richter Manfred Götzl zu Verhandlungsbeginn verlas. Darin teilte der Zeuge mit, er sei „krankheitsbedingt verhindert“. Außerdem „kann und werde ich auch keine weiteren Angaben zur Sache machen“.

          Götzl sagte, der OLG-Senat habe den Zeugen „zur umgehenden Abgabe eines Attests“ aufgefordert. „Bezüglich der Folgen wird zu entscheiden sein“, sagte der Richter. Der Zeuge war im Februar schon einmal als Zeuge geladen und sollte über Kontakte von Neonazis aus Kassel zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ aussagen. Bei diesem Termin war er in Bomberjacke, Militärhose und Springerstiefeln erschienen.

          Hauptangeklagte in dem Verfahren ist Beate Zschäpe. Sie muss sich für die Serie von zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschläge verantworten. Das Gericht setzte die Verhandlung mit der Vernehmung einer mutmaßlichen Sympathisantin aus Chemnitz fort.

          Weitere Themen

          Schnellerer Ausbau des neuen 5G-Mobilfunks

          Hessen : Schnellerer Ausbau des neuen 5G-Mobilfunks

          Der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G soll in Hessen bereits in diesem Jahr beginnen. Smart-Home-Technologien und autonomes Fahren sollen vom ultraschnellen Netz profitieren.

          Topmeldungen

          Künast hat sich bei zahlreichen Gelegenheiten von der früheren Position mancher Grüner distanziert.

          Hass-Posts gegen Renate Künast : Erlaubt ist alles

          „Stück Scheiße“, „Schlampe“, „Drecksau“ – solche und noch krassere Kommentare prasselten auf Renate Künast ein. Das Landgericht Berlin sieht darin keine persönliche Schmähung, sondern nur zulässige Sachkritik.
          Die Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen hat etwa 9000 Einwohner.

          SPD kooperiert mit AfD : „Ich habe da kein schlechtes Gewissen“

          Immer wieder hat die SPD in Bund und Ländern bekräftigt, mit der AfD nicht zusammenarbeiten zu wollen. In Sassnitz auf Rügen reichen die beiden Parteien aber jetzt gleich sieben Anträge gemeinsam ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.