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„NSU 2.0“-Drohmails : Weiterhin nur ein Polizist unter Verdacht

Rechtsextremistische Drohmails: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verfolgt eine Spur (Symbolbild). Bild: Picture-Alliance

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt in der Drohmailaffäre gegen einen Frankfurter Polizeibeamten. Die Beweislage ist schwierig. Die hessische Justiz bittet nun russische Behörden um Unterstützung.

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          In der Drohmailaffäre ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft schon seit vergangenem Jahr gegen einen Frankfurter Polizeibeamten. Allerdings sei die Beweislage nach wie vor schwierig. Das hat die Behörde aufgrund von Meldungen klargestellt, es gebe eine neue heiße Spur. Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hatte am Donnerstag im Rechtsausschuss des Landtages berichtet, die Zahl der in Hessen registrierten Drohmails mit der Unterschrift „NSU 2.0“ sei auf 83 gestiegen.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.
          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die Verfasser der rechtsextremistischen Schreiben sind weiterhin unbekannt. Der Verdacht gegen einen ehemaligen Polizisten aus Bayern hat sich nicht erhärtet, er wird eher als Trittbrettfahrer eingestuft. Jedoch ist inzwischen gesichert, dass persönliche Daten der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, der Linken-Fraktionschefin Janine Wissler und der Berliner Kabarettistin Idil Baydar über Computer von Polizeirevieren in Frankfurt und Wiesbaden abgerufen wurden, ehe die Faxe oder Mails bei den Betroffenen eingingen. Die Namen der Beamten, die zu den jeweiligen Zeitpunkten eingeloggt waren, sind bekannt, jedoch ist weiter offen, ob sie oder Kollegen sich die Daten verschafften und sie womöglich weitergaben.

          Zwei Beamte wurden daher bisher nur als Zeugen befragt. In den Bemühungen, die Affäre nach inzwischen fast zwei Jahren endlich aufzuklären, will die hessische Justiz auch russische Sicherheitsbehörden um Unterstützung bitten. Zu Einzelheiten, insbesondere ob die Mails über Server in Russland geschickt wurden, wollte sich die Ministerin nicht äußern. Vor zwei Wochen hatte die Bundesanwaltschaft die Anregung aus Hessen abgelehnt, das Verfahren zu übernehmen.

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