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Erbrechen und Durchfall : Vermutlich geht ein neuer Virustyp um

Erregend: Noroviren unter dem Elektronenmikroskop Bild: dpa

Viele Menschen leiden derzeit an Erbrechen und Durchfall. In diesem Winter wird ein früherer Anstieg der Norovirus-Infektionen verzeichnet als üblich. Das ist aber noch nicht alles.

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          Während die einen nach den Feiertagen Beschwerden durch Völlerei haben, ist anderen der Appetit schon zuvor vergangen - weil sie sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen hatten. Schuld daran ist das Norovirus, das in diesem Jahr früher umgeht als üblich. Seit rund zwei Wochen verzeichnen die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen einen deutlichen Anstieg von Patienten mit Durchfall und Erbrechen, wie eine Sprecherin auf Anfrage berichtet. Etwa jeder zweite bis dritte Ratsuchende sei davon betroffen. In den Notaufnahmen ist es deshalb an Weihnachten jedoch nicht zu einem größeren Andrang gekommen. Im Klinikum in Frankfurt-Höchst hat nach Angaben einer Sprecherin sogar niemand deswegen vorgesprochen.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schon seit November ist es in der Region zu Norovirus-Ausbrüchen an Schulen und in Kindertagesstätten gekommen. Weil dort auch Erzieher erkrankten, mussten einige Einrichtungen zeitweilig schließen. Der Erreger tritt ähnlich wie Grippe und Erkältungskrankheiten vor allem in der Wintersaison auf. Die höchsten Fallzahlen werden jedoch meist zu Jahresbeginn verzeichnet. Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Anstecken kann man sich direkt an dem Erbrochenen oder dem Stuhl oder indirekt über kontaminierte Flächen wie Türklinken, Toiletten, Waschbecken oder Ähnliches. Vorbeugen kann eine gute Handhygiene und die Desinfektion von Oberflächen.

          Laut Robert-Koch-Institut traten Norovirus-Infektionen in diesem Jahr „deutlich früher und stärker auf als in den Vorjahren“. Im November wurden in ganz Deutschland gut 14 500 bestätigte Infektionen gemeldet. Im gleichen Zeitraum der fünf Vorjahre waren es maximal 10 800 Infektionen. Dabei handelt es sich aber längst nicht um alle Fälle, denn gemeldet werden nur jene, bei denen das Virus in Stuhlproben nachgewiesen wurde. Wenn die Symptome schnell wieder verschwinden und der Allgemeinzustand gut ist, gehen die Betroffenen meist nicht zum Arzt.

          Ein früher Anstieg und eine hohe Fallzahl seien in der Vergangenheit vor allem dann gemeldet worden, wenn ein neuer Virustyp aufgetreten sei, gegen den die Bevölkerung noch nicht immun sei, heißt es im Robert-Koch-Institut. Auch in diesem Jahr könne das der Fall sein, denn es sei eine neue Norovirus-Rekombinante in Proben gefunden worden. Für eine abschließende Beurteilung und eine Prognose des Verlaufs der Wintersaison sei es allerdings noch zu früh, heißt es.

          Auch das Gesundheitsamt in Frankfurt spricht von einem frühen Anstieg der Erkrankungen. Seit November sind 400 Fälle in der Stadt registriert worden, wie der Infektiologe Antoni Walczok berichtet. In den Vorjahren seien es im selben Zeitraum jeweils 50 bis 85 Fälle gewesen. 2007 seien es mit gut 600 Fällen aber noch mehr gewesen. Die Zahl für das Gesamtjahr ist in Frankfurt nicht auffällig. Nachdem in den beiden Vorjahren jeweils nur gut 600 Norovirus-Infektionen gemeldet wurden, sind es bis 27. Dezember 2016 rund 1000 gewesen. Die meisten Infektionen wurden in Frankfurt 2010 gemeldet: Damals waren es gut 2000.

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