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Der Lokaltermin : Weltküche und „geile Pommes“

Familiäre Atmosphäre: das „Nordlicht“ am Friedberger Platz Bild: Wonge Bergmann

Im Lokal „Nordlicht“ im Frankfurter Nordend tummeln sich viele Stammgäste. Ein Beweis dafür, dass das Restaurant mit seiner Weltküche den Nerv des Viertels getroffen hat. Der Lokaltermin.

          Und dann kommen die jungen Mütter. Mit ihren Kinderwagen blockieren sie das halbe Lokal. Minutenlang rücken sie Stühle und Tische hin und her, rascheln mit ihren dicken Jacken und Taschen, schauen noch einmal nach den schlafenden Kindern und bestellen sich dann Tee, Cappuccino und ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Die Bedienung schlängelt sich an den Wagen vorbei, die Muttis plaudern, alle sind glücklich.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch die beiden Männer, die auf der anderen Seite des Gastraums Platz genommen haben und jetzt auf die große schwarze Tafel an der Theke schauen, wo das Mittagsangebot des „Nordlicht“ steht: In dieser Woche sind es Penne mit Käse-Sahne-Soße (5,90 Euro), Salat mit Fenchel, Mais und Rote Bete (6,90 Euro) und Chicken-Tandoori-Burger mit Krautsalat und „geilen Pommes“, die sich leider als weniger außergewöhnlich herausstellen, als es die Bezeichnung erwarten lässt (7,90 Euro). Dazu gibt es jeweils einen kleinen gemischten Salat vorweg oder einen Obstsalat als Dessert. Der Koch ist offenbar routiniert, die Portionen sind anständig - und die Preise im Rahmen.

          Viele Stammgäste

          Das war hier an der Ecke von Koselstraße und Friedberger Landstraße, direkt am Friedberger Platz, nicht immer so. Eine Zeitlang haben sich die Gastronomen im Erdgeschoss des Eckhauses mit seinem modernen Wintergarten die Klinke in die Hand gegeben. Keinem mochte recht gelingen, was Loubna Kardal und ihr Team jetzt offenbar geschafft haben: ein Ganztagslokal in einem Stadtteil zu etablieren, der nicht gerade arm an gastronomischen Angeboten ist. Mit ihrem „Nordlicht“ scheint die gebürtige Marokkanerin den Nerv des Nordends und der Nachbarschaft getroffen zu haben. Die Zahl der Stammgäste ist allem Anschein nach groß, manche kommen schon zum Frühstück (die Auswahl ist riesig), andere essen hier regelmäßig Mittag oder trinken einen Kaffee, und die meisten kommen abends vorbei.

          Das kulinarische Angebot ist ein bemerkenswerter Rundumschlag und wird von der Chefin nicht ganz unpassend mit dem Begriff „Weltküche“ charakterisiert. So finden in der Karte alle möglichen Speisen zusammen, von der Gref-Völsing-Rindswurst mit Brot (3,90 Euro) über Couscous mit Gemüse (8,90 Euro) und Grill-Tofu mit Spinat und Kartoffeln (11,90 Euro) bis zum marokkanischen Hähnchen im Blätterteig (12,50 Euro) und dem Wiener Schnitzel mit Pommes (17,90 Euro). Alles keine Offenbarungen aber solide Gerichte, die zur familiären Atmosphäre und der zusammengewürfelten Möblierung dieses öffentlichen Wohnzimmers passen. Es gibt deutlich unangenehmere Ort im Nordend - nicht nur für junge Mütter mit großen Kinderwagen.

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