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Bad Homburg : Noch eine Woche Schlittschuhlaufen im Kurpark

Bad Homburger Attraktion: Noch bis zum 13. Januar dauert der „Eiswinter“ in der Kurstadt. Bild: Michael Kretzer

Die Eisbahn ist als Bestandteil der Bad Homburger Weihnachtsstadt noch in Betrieb. Beim Weihnachtsmarkt mussten sich Händler und Besucher umgewöhnen.

          Für die eigene Wohnung treibt kaltes Wetter die Energiekosten in die Höhe. Bei der Eisbahn im Bad Homburger Kurpark helfen Minusgrade hingegen sparen. Jedenfalls verspricht das die Aufrüstung der Anlage mit Sensoren, die Lufttemperatur und Feuchtigkeit messen, um die Kühlung entsprechend zu steuern. „Damit kann die Temperatur effektiver geregelt werden“, sagt Kurdirektor Holger Reuter. Viel billiger war die Saison allerdings bisher nicht, denn die Eisschicht musste meist milden Temperaturen und Regen abgetrotzt werden. Nun scheint sich das Wetter etwas mehr auf die Jahreszeit einzustellen, und eine Schneedecke auf den Bäumen und Wiesen wäre für die ohnehin attraktiv gelegene Anlage gewissermaßen das Sahnehäubchen.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Da trifft es sich gut, dass die Eisbahn auch die ganze nächste Woche einschließlich Sonntag geöffnet ist, wenn die hessischen Schulkinder noch Weihnachtsferien haben. Zumal das Wetter auch Einfluss auf den Andrang und damit die Einnahmen hat. Verantwortlich ist die Stiftung Historischer Kurpark, der die Eisbahn inzwischen gehört. „Sie ließ sich auch gut wieder aufbauen“, sagt Reuter. Das sei bei derart aufwendigen Anlagen ja nicht selbstverständlich. In zehn Jahren solle sie sich amortisiert haben, über diesen Zeitraum soll am Ende dank der Sponsoren eine schwarze Null stehen. Die Kur- und Kongreß GmbH selbst übernehme nur die Werbung, zahle aber ansonsten keinen Zuschuss.

          Kontroverse Neuerungen auf dem Weihnachtsmarkt

          Die Eisbahn neben der Spielbank im Kurpark ist inzwischen ein fester Bestandteil der „Bad Homburger Weihnachtsstadt“, zu der außer dem Stadl vor dem Kurhaus auch der Weihnachtsmarkt am Schloss gehört, der wegen der historischen Kulisse das Adjektiv „romantisch“ trägt. Hinter dem schönen Schein steckt nüchterne Arbeit, die früher die Aktionsgemeinschaft der Bad Homburger Händler und Selbständigen erledigt hatte. Sie sah sich damit zuletzt angesichts eines Zuschussbedarfs von 90.000 Euro finanziell überfordert, weshalb sich seit vorigem Jahr die Stadt um den Weihnachtsmarkt kümmert.

          Damit ging eine Reihe von Neuerungen einher. So waren die Buden schon am Freitag und nicht nur am Wochenende geöffnet, außerdem wurde die Anordnung neu arrangiert. Die Ausdehnung auf den Freitag ist nach Worten von Nina Gerlach, Leiterin des Stadtmarketings, von den Ausstellern kontrovers diskutiert worden. Erschwerend kam hinzu, dass zwei Freitage ganz und ein weiterer halb verregnet waren. „Viele auswärtige Besucher wussten zudem nicht, dass der Weihnachtsmarkt auch freitags schon um 12 Uhr aufmacht.“ Man werde noch einmal mit den Händlern sprechen, aber prinzipiell möchte Gerlach an der Ausweitung festhalten. Die Zahl der Stände ist von 60 auf mehr als 70 gestiegen, wozu allerdings auch einige auf dem unteren Schlossparkplatz postierte Food-Trucks gehörten. Die zögen ein anderes Publikum an und hätten den anderen Essensständen keine Konkurrenz gemacht, meint die Stadtmarketing-Leiterin.

          Weihnachts-Shopping-Express sucht Motor

          Wer den Weihnachtsmarkt besuchte, bekam von einigen Händlern Klagen über fehlende Umsätze zu hören. Das sei wohl auch im Einzelhandel generell die Tendenz in dieser Saison gewesen, sagt Gerlach. Auf jeden Fall lege die Stadt weiterhin darauf Wert, außer Essen und Trinken auch Stände mit individuellem Kunsthandwerk und Weihnachtsartikeln im Angebot zu haben. Sie machten einen großen Teil des Charakters aus. Dass die Dampfeisenbahn diesmal nicht mehr um den Weißen Turm, sondern seitlich davon in einem eigenen Rund gefahren ist, hat mancher traditionelle Fan – eher im Eltern- als im Kinderalter – als Traditionsbruch empfunden.

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          Gerlach nennt für diese Entscheidung mehrere Gründe. „Früher sind die Wagen den größten Teil der Strecke an der Rückseite der Hütten entlanggefahren, das war eigentlich gar nicht so attraktiv.“ Vor allem aber benötige man an starken Besuchertagen mehr Platz für den Fluchtweg zum einzigen Ausgang des oberen Schlosshofs. Und nicht zuletzt hätten viele Besucher den jetzt freien Zugang genutzt, um auf den Weißen Turm zu steigen. Manche Verbesserungsmöglichkeit habe sich aber auch erst nach dem Aufbau gezeigt. So wolle man bei der Dekoration um die Eisenbahn nachlegen. Auf den Zug hat das Citymarketing erstmals auch mit dem „Weihnachts-Shopping-Express“ gesetzt. Die Bimmelbahn war donnerstags bis sonntags zwischen Bahnhof und Schloss auf einem Rundkurs unterwegs, der durch die Fußgängerzone führte. Auch dieses Angebot soll im nächsten Advent grundsätzlich beibehalten werden, idealerweise mit einem anderen Antrieb als dem bisherigen Automotor. Der muss allerdings mit den Steigungen im Stadtgebiet zurechtkommen.

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