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Heute in Rhein-Main : Was sich im Bahnhofsviertel tun muss

Wie umgehen mit dem Bahnhofsviertel? Die Opposition macht es im Frankfurter Römer zu ihrem Thema. Bild: Tom Wesse

Deutsche Universitäten tun sich schwer, ihren Studenten die Ängste rund um ihr Studium zu nehmen. Das Frankfurter Landgericht ist am räumlichen Limit. Und außerdem hat die CDU das Bahnhofviertel für sich entdeckt. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          es ist interessant, wie lange es gedauert hat, bis in Frankfurt die größte Oppositionspartei das im Wortsinn auf der Straße liegende Thema Bahnhofsviertel anpackt: Mit zusätzlichen Hilfsangeboten, aber auch dem Einsatz von Sicherheitskräften, will die CDU-Fraktion gegen die Zustände im Bahnhofsviertel vorgehen. Sie hat dazu einen Antrag mit 13 Punkten vorgelegt. Sie fordert die Einrichtung eines Gesundheits- und Sozialcenters, das neben einem schon länger geplanten Hygienecenter die medizinisch-psychiatrische Grundversorgung von Drogenkranken und eine psycho-soziale Betreuung sicherstellt. Weil es mit Angeboten allein nicht getan ist, orientiert sich die CDU am Beispiel Zürich. Eine schon an der Kleidung erkennbare Einheit aus Sozialarbeitern, psychologischem und suchttherapeutischem Personal, Stadtpolizei und Ordnungskräften solle aufsuchende Sozialarbeit leisten und unkompliziert Unterstützungsangebote aufzeigen, aber auch „konsequentes Konfliktmanagement im öffentlichen Raum“ betreiben.

          Studentenleben: Früher habe er es sich leisten können, ab und zu einmal essen zu gehen, sagt David Falk. „Jetzt überlege ich mir, ob ich stattdessen nicht lieber heize. Oder wenn ich Essen mache, ob ich dann für mehrere Tage vorkoche.“ Der Dreiundzwanzigjährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen im siebten Semester an der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Nicht nur für ihn persönlich sind die Zeiten schwer, auch seine Universität befindet sich in einer Notlage. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder ist er am Donnerstag zum Protest der Studenten und Beschäftigten der Uni gekommen. Eine zentrale Forderung haben die Demonstranten nicht, sie sehen eine ganze Reihe von Problemen: zu hohe Lebenshaltungskosten, zu niedriges BAföG und zu geringe Löhne, die häufig befristeten Verträge im akademischen Betrieb und nicht zuletzt die Sorge, dass die Uni zur Online-Lehre zurückkehren könnte, um Energie zu sparen. Gerade auch Letzteres wäre ein Desaster.

          Ausgelastet: Das Landgericht Frankfurt rechnet damit, vom Jahr 2023 an auf externe Sitzungssäle angewiesen zu sein, um die Masse der anstehenden Verfahren bearbeiten zu können. Wie Gerichtspräsident Wilhelm Wolf beim Jahresgespräch am Donnerstag sagte, hänge dies damit zusammen, dass viele Verfahren immer aufwendiger würden. Insbesondere in Strafverfahren mit Bezug zu Kryptohandys müsse teilweise gegen zehn oder zwölf Angeklagte gleichzeitig verhandelt werden. Dies bringe nicht nur enormen Aufwand für die Strafkammern, der nicht vergleichbar mit jenem „normaler“ Verfahren sei, sondern erhöhe auch die Zahl der insgesamt Beteiligten in einem derartigen Maß, dass mit den bisher zur Verfügung stehenden Sitzungssälen nicht mehr auszukommen sei.

          Und außerdem will die AfD ihren Frankfurter Kreisvorsitzenden und Stadtverordneten Andreas Lobenstein als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 5. März nächsten Jahres aufstellen +++ haben Zielfahnder des hessischen Landeskriminalamts zwei Männer festgenommen, nach denen zuvor mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war +++ ist eine ukrainische Familie in einem kleinen Hotelzimmer nahe Frankfurt mit ihrem lebensverkürzend erkrankten Kind untergekommen. Im Alltag muss improvisiert werden, und viele Menschen helfen.

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