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Heute in Rhein-Main : Ein Bischof schämt sich

Von einer Institution erschüttert: ein Kruzifix Bild: dpa

Das neue Gutachten zu sexuellem Missbrauch erschüttert auch die hessischen Katholiken. CDU und SPD stehen vor schwierigen Personalentscheidungen. Die Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          3 Min.

          Guten Abend,

          Jacqueline Vogt
          Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Aderlass: „Ich schäme mich für diese Kirche.“ Das ist ein starker Satz, wenn ein Kirchenmann ihn sagt. Ausgesprochen hat ihn der Limburger Bischof Georg Bätzing, nachdem am Donnerstag das neue Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum München und Freising öffentlich wurde. Es erschüttert auch die Katholiken in der Rhein-Main-Region. Das Gutachten thematisiert Dutzende Fälle von Fehlverhalten kirchlicher Verantwortungsträger zwischen 1945 und 2019. Die Rede ist von insgesamt fast 500 Geschädigten und 173 beschuldigten Priestern. Brisanz erhält das Gutachten durch Vorwürfe gegen den emeritierten Papst Benedikt XVI., der sich in vier Fällen Fehlverhalten vorwerfen lassen muss  und in einer schriftlichen Stellungnahme gelogen haben soll. Martin Benninghoff hat sich umgehört, in der Region Stimmen zusammengetragen, und stellt fest: Das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte der Kirche ist zerstört.

          Zahlen untermauern die Grundannahme einer Erosion, die seit Jahren fortschreitet: Allein im Bistum Limburg sind 2019 mehr als 9400 Menschen aus der Kirche ausgetreten, das waren rund 1460 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013. Auch der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der zugleich Pfarrer in der Frankfurter Dompfarrei St. Bartholomäus ist, beklagt einen „nicht enden wollenden Strom der Kirchenaustritte“. Seine Gemeinde erreichten zwischen 700 und 800 Austrittsgesuche im Jahr, eine Quote von drei Prozent.

          Personaltableau: CDU und SPD in Hessen stehen vor schwierigen Personalentscheidungen. Volker Bouffier, Ministerpräsident und Vorsitzender der Landes-CDU, will bis Februar sagen, ob er bei den Landtagswahlen im Herbst 2023 noch einmal antreten oder den Weg für einen Nachfolger frei machen will. Und die SPD wird sich auf einen eigenen Kandidaten festlegen müssen. Dass am Samstag die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, in das Präsidium der Bundespartei gewählt worden ist, heißt in diesem Zusammenhang noch nicht viel. Dass die bisherige SPD-Oppositionsführerin in Hessen Nancy Faeser, die lange als gesetzt für die Kandidatur zur Ministerpräsidentin galt, in ihrem neuen Job als Bundesinnenministerin noch keine echten Akzente hat setzen können, bedeutet für die Zukunft aber auch noch nichts. In der Politik kann eine kurze Zeit sehr lang werden, es kann aber auch in wenigen Monaten so viel geschehen, dass vermeintlich Feststehendes nicht mehr gilt. Ewald Hetrodt analysiert für die Rhein-Main-Zeitung die Lage.

          Rückkehr: Der Darmstädter Opernchor hat eine neue Dirigentin, sie heißt Ines Kaun und löst Sören Eckhoff ab, der seit Anfang 2019 im Haus war. Kaun kennt das Staatstheater Darmstadt gut, 2014 war sie dort stellvertretende Chordirektorin, danach in Heidelberg und Bamberg, in der Spielzeit 2019/2020 war sie Chordirektorin am Salzburger Landestheater.

          Hauptwache – Der F.A.Z. Newsletter für Rhein-Main

          Sonntags bis donnerstags um 21.00 Uhr

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          Und außerdem musste am Samstag in einem Hanauer Hotel ein Mann, der in einen Versorgungsschacht gestürzt war und sich dabei schwer verletzte, von Höhenrettern der Feuerwehr geborgen werden +++ studieren an den hessischen Universitäten und Fachhochschulen derzeit 261.624 Personen, gut die Hälfte sind Frauen +++ sind beim Landesbetrieb Hessenforst derzeit 210 Stellen unbesetzt.

          Bleiben Sie gesund und haben Sie einen guten Wochenstart

          Herzliche Grüße

          Jacqueline Vogt

          Das Wetter für Montag

          Morgens trüb und örtlich neblig, später heitert es stellenweise auf. Es ist mild, die Temperaturen erreichen bei Sonnenschein in der Ebene bis zu 9 Grad.

          Verkehr

          Kampfmittelsondierung am Theodor-Stern-Kai: Straßenbahnen unterbrochen

          Aufgrund einer Kampfmittelsondierung am Theodor-Stern-Kai können dort von Montag, 24. Januar,  5 Uhr, bis Freitag, 28. Januar, 24 Uhr, die Straßenbahnlinien 11, 15, 19 und 21 nicht fahren.

          Die Linie 12 fährt zwischen Schwanheim Rheinlandstraße und Triftstraße und zwischen Fechenheim Hugo-Junkers-Straße und Stresemannallee/Gartenstraße. Von dort fährt sie weiter Richtung Südbahnhof und Offenbach Stadtgrenze und ersetzt somit dort die Linien 15 und 19. Zwischen den Stationen „Stresemannallee/Gartenstraße“ und „Triftstraße“ ist sie unterbrochen.

          Die Linie 21 verkehrt zwischen Nied Kirche und Stresemannallee/Gartenstraße auf ihrem regulären Linienweg und von da ab weiter zur vorübergehenden Endhaltestelle Louisa Bahnhof. Es finden keine Fahrten zwischen Stresemannallee/Gartenstraße und Stadion statt.

          Busse  ersetzen die Bahnen

          Von der Haltestelle Stresemannallee/Gartenstraße über Triftstraße zum Haardtwaldplatz wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, ebenso zwischen Stresemannallee/Gartenstraße und Oberforsthaus (über Triftstraße).  

          Weitre Möglichkeiten, die Sperrung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu umfahren: Zwischen Hauptbahnhof und Niederrad Bahnhof stellen die S-Bahnlinien SA7, S8 und S9 eine Brücke her. Die Buslinien 61 und 78 schaffen eine Verbindung vom Südbahnhof nach Niederrad und das Stadion ist auch mit der Buslinie 61 ab Südbahnhof zu erreichen.

          Geburtstag haben am

          Montag, 24. Januar

          Peter Ripken, ehemaliger Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, Frankfurt (80); Roland Hotz, Gründer und Leiter des Kikeriki-Theaters, Darmstadt (70); Johan Andersson, von 2016 bis Dezember 2021 Deutschland-Chef der schwedischen Bank SEB, Frankfurt (65); Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance (62); Stephan Rapp, Vorstand der Stiftung Giersch, Frankfurt (57); Veit Salzmann, Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn, Frankfurt (57); Birgit Büttner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen, Frankfurt (54);

          Weitere Themen

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