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Heute in Rhein-Main : Das lange Leiden der Corona-Patienten

Long-Covid-Ambulanz des Uniklinikums Marburg: Die Ärztinnen Yana Gercke, Ann-Christin Schäfer und Klinikdirektor Bernhard Schieffer helfen Corona Patienten. Bild: Ilkay Karakurt

Hessen braucht von allen Bundesländern am längsten für den Bau von Windrädern. Die Post-Covid-Fälle häufen sich. Und außerdem drängt beim Neubau der Städtischen Bühnen die Zeit. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          das sind unsere Themen des Tages: In Hessen dauert es im Schnitt ein Jahr länger als in anderen Bundesländern, bis ein neues Windrad genehmigt wird. Eine Post-Covid-Ambulanz unterstützt Patienten beim Weg zurück ins Berufsleben. Die Frage, wo in Frankfurt Theater und Oper neu errichtet werden sollen, wird immer drängender.

          Genehmigungen im Schneckentempo: 38,2 Monate. So lange dauert es durchschnittlich in Hessen bis ein Windrad genehmigt wird. Kein anderes Bundesland benötigt mehr Zeit. Der Mittelwert in ganz Deutschland liegt bei 22,6 Monaten. Diese Zahlen hat die Fachagentur „Windenergie an Land“ vorgelegt, die von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschafts- und Naturschutzverbänden sowie Unternehmen getragen wird. Kritik auf das schlechte Abschneiden Hessens lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) versucht zu erklären, wie diese Werte zustande kommen konnten. Es habe einzelne außergewöhnlich lange Genehmigungsverfahren in Hessen gegeben, die das Gesamtbild verfälschen, sagt er. Bei einem Projekt in der Nähe von Bad Hersfeld seien allein fünf Jahre vom Zeitpunkt der Antragstellung bis zur Genehmigung ins Land gegangen. Die Schuld wird auch auf Bundesebene gesucht. Al-Wazir will die Verfahren beschleunigen, mit mehr Personal und einfacheren Regeln. Ob das die Statistik wirklich verändern wird, muss sich in den nächsten Jahren zeigen. Zweifel bestehen. Denn in Hessen scheint noch oft das Sprichwort zu gelten: Windkraft? Super, aber bitte nicht vor meiner Haustür! Seit Jahresbeginn hätten in Hessen nämlich 100 Windräder in Betrieb gehen können. Die Betonung liegt auf „hätten“. Gegen die Hälfte dieser genehmigten Windräder wird geklagt, gegen einige wurde schon ein Baustopp verhängt. Aber ist es nicht zu einfach, den Fehler bei den ach so renitenten Bürgern zu suchen? Diese Frage stellt sich unser Wiesbaden-Korrespondent Ewald Hetrodt.

          Post-Covid-Sprechstunde: Die Liste der Symptome für Post-Covid ist lang: Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschmerzen, eine Müdigkeit, die sich auch nicht durch Schlaf abschütteln lässt. Viele derer, die sich in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) in Frankfurt in der Post-Covid-Sprechstunde vorstellen, klagen über mehrere solcher Symptome. In die Spezialsprechstunde wird oft geschickt, wer sich auf seinem Arbeitsplatz mit dem Virus infiziert hat. Dass mehrheitlich Frauen in die Klinik kommen, wundert Notfallmediziner Torsten Eyfferth nicht. Denn sie sind es auch, die überdurchschnittlich oft in Pflegeberufen arbeiten und somit auch einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt waren und oftmals auch noch sind. Redakteurin Monika Ganster hat im Gespräch mit Torsten Eyfferth einen Eindruck davon bekommen, welche Langzeitfolgen Corona mit sich bringen kann. Gesundheitlich – aber auch wirtschaftlich. Denn die Wiedereingliederung der Patienten dauert oft viele Monate – und gelingt nicht immer. Allein in BG-Kliniken sind bisher bundesweit 125. 000 Post-Covid-Fälle anerkannt worden. Es gibt Schätzungen, dass die Zahl bis auf eine Million ansteigen könnte. So viel Fälle würden das Gesundheitssystem abermals vor eine große Herausforderung stellen. Zum einen, weil ein Teil des ohnehin dringend gesuchten Fachpersonals nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten kann. Zum anderen, weil die Rehabilitationskliniken laut Eyfferth gar nicht auf so viele neue Fälle eingerichtet sind.

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