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Neuwahl des Awo-Präsidiums : Uneindeutige Vorzeichen

Neues Team: Das gewählte Präsidium äußerte sich kritisch. Bild: dpa

Während von Delegierten bei den Präsidiumswahlen der Frankfurter Awo wenig Selbstkritik zu hören war, sprachen sich die neu gewählten Stellvertreter deutlich und kritisch für Änderungen aus. Das kam nicht bei allen gut an.

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          Das neu gewählte Präsidium um Petra Rossbrey hat mit der Absetzung der verbliebenen Awo-Vorstände Panagiotis Triantafillidis und Jasmin Kasperkowitz ein starkes Signal gesetzt. Zwar könnte man einwenden, dass es dazu auch keine Alternative gab, wenn man es mit dem Neuanfang ernst meint, doch angesichts der berechtigten Sorge vor kommenden juristischen Auseinandersetzungen mit ungewissem Ausgang ist der Schritt mutig und konsequent. Er lässt hoffen, dass das Präsidium es mit der Ankündigung ernst meint, den Sumpf trockenzulegen.

          Hoffen kann man nur, dass die neuen Leute dafür auch von der Basis die Unterstützung bekommen, die sie brauchen werden. Zwar blieb der unsägliche Auftritt eines Mitglieds des Awo-Ortsvereins Sachsenhausen, der mit jedem neuen Antrag und Einwurf irritierende Uneinsichtigkeit bewies, die Ausnahme. Doch sehr häufig war am Samstag die allseits beruhigende Version zu hören, dass es doch nur eine kleine Clique Krimineller gewesen sei, die den Karren vor die Wand gefahren habe. Tatsache ist, dass viele, die auch am Samstag unter den Delegierten waren, mitgemacht oder zumindest weggeguckt haben. Selbstkritische Töne, wie das ehemalige und neue Präsidiumsmitglied Rudolf Kraus sie formulierte, waren eher selten zu hören.

          Keine Nestbeschmutzerei

          Aufhorchen lässt vor diesem Hintergrund auch das Wahlergebnis für den stellvertretenden Vorsitzenden Hauke Hummel. Mit 38 Ja-Stimmen bei 65 abgegebenen Stimmen fuhr der Vierundvierzigjährige kein allzu überzeugendes Wahlergebnis ein. Dabei hatte besonders Hummel sich in jüngster Zeit als integer erwiesen und mit kritischen Worten unmissverständlich positioniert. Noch schlimmer traf es Elsbeth Muche vom Ortsverein Ostend, die mit nur 26 Ja-Stimmen zur Beisitzerin gewählt wurde. Sie hatte ebenso wie Hummel in ihrer Vorstellungsrunde ehrlich bewegt gefordert, dass diejenigen, die Teil des Awo-Skandals sind und mitgemacht haben bei der unfassbaren Bereicherungsorgie, entlassen werden. Sollten diese deutlichen Worte den Betroffenen als Nestbeschmutzerei übel genommen worden sein, wäre das ein fatales Signal.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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