https://www.faz.net/-gzg-7iq5q

Neuordnung des Zahlungsverkehrs : Vereine sollten sich bei Sepa sputen

Auf die Plätze: Mit der Umstellung auf Sepa sind einige Fallstricke verbunden. Bild: dpa

In den Banken der Region sorgt man sich, ob Tausende Vereine rechtzeitig ihren Zahlungsverkehr auf die neuen Sepa-Regeln umstellen, die vom 1.Februar an gelten. Im schlimmsten Fall drohten Liquiditätsengpässe, wenn die Einnahmen fehlten.

          2 Min.

          In den Banken der Region sorgt man sich, ob Tausende Vereine rechtzeitig ihren Zahlungsverkehr auf die neuen Sepa-Regeln umstellen, die vom 1.Februar an gelten. Erst ein kleiner Teil der Schatzmeister und Kassierer habe den Umstellungsprozess abgeschlossen, obwohl es nur noch 100 Tage seien, bis etwa die Einziehung von Mitgliedsbeiträgen ganz anders abgewickelt werde als bisher, heißt es bei der Frankfurter Sparkasse. Im schlimmsten Fall drohten Liquiditätsengpässe, wenn die Vereine im Februar keine Einnahmen mehr hätten.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Genauso wie andere Kreditinstitute auch bemüht sich die Frankfurter Sparkasse seit Monaten, Vereinsvorstände zu motivieren, sich mit Sepa zu befassen. Es gab sogar schon zwei Abendveranstaltungen, während der die Kunden eingewiesen wurden, was zu tun ist. Anders als Privatkunden haben Vereine wie auch Unternehmen nicht noch eine zweijährige Übergangsfrist, in der sie ihren Zahlungsverkehr nach und nach anpassen können. Und tatsächlich müssen Kassierer und Schatzmeister für die Umstellung mit einigem Zeitaufwand rechnen. Die Kreditinstitute können immerhin darauf verweisen, dass es nur eines einmaligen Kraftaktes bedarf und die neuen Regelungen auch viele Vorteile hätten. So fallen bei Überweisungen innerhalb Europas die Auslandsgebühren weg. Das ist auch der Hintergrund der Reform: Auf diese Weise wächst Europa auch beim Zahlungsverkehr zusammen. Sepa steht für Single Euro Payments Area – der Kontinent wird zum einheitlichen Zahlungsraum.

          14 Punkte auf der Checkliste

          Grundsätzlich muss sich jeder mit den neuen Vorgaben befassen, auch Privatkunden. Allerdings hält sich der Aufwand für sie in Grenzen. Gab man bisher bei einer Überweisung einerseits die Kontonummer des Empfängers an, andererseits die Bankleitzahl seines Kreditinstituts, so wird dies nun in einer Buchstaben- und Zahlenfolge zusammengefasst. Sie nennt sich Iban und besteht aus einer Länderkennung („DE“ für Deutschland), zwei Prüfziffern sowie den beiden bisher schon verwendeten Nummern für das Konto und die Bank (siehe Grafik

          Für Kassierer und Schatzmeister gibt es mehr zu tun. 14 Punkte führt eine Checkliste der Frankfurter Sparkasse für die Umstellung auf. Noch die leichteste Übung mag sein, einen Sepa-Beauftragten zu benennen und auf dem Briefbogen künftig die Iban-Nummer anzugeben. Komplizierter ist es schon, bei der Bundesbank eine „Gläubigeridentifikationsnummer“ zu beantragen, ohne die künftig ein Verein keine Mitgliedsbeiträge mehr über Lastschrift einziehen kann. Sodann muss mit der Hausbank eine „Inkassovereinbarung“ geschlossen werden, jedes Mitglied muss eine „Mandatsreferenznummer“ bekommen und über die Neuaufstellung des Zahlungsverkehrs informiert werden. Schließlich muss die eigene Software an die neuen Vorgaben angepasst werden. Dabei helfen die Banken, denn im Idealfall ist die Vereinssoftware mit der der Kreditinstitute so verbunden, dass die Einziehung der Beiträge automatisch abläuft wie bisher.

          Vereine und Unternehmen ähnlich schlecht aufgestellt

          Große Vereine mit professionellem Vorstand mögen die Vorgaben als sportliche Herausforderung annehmen, in kleinen Organisationen wird sie nicht leicht zu bewältigen sein. Mancher Kassierer überlege schon, ob er überhaupt noch die Beiträge per Lastschrift einziehe oder nicht besser die Mitglieder verpflichte, Daueraufträge einzurichten, heißt es bei der Taunus-Sparkasse. Bereit für Sepa sei unter den ungefähr 1500 Vereinen, die ein Konto bei dem Bad Homburger Kreditinstitut führen, bisher jedenfalls nur ein kleiner Teil, heißt es dort. „Es läuft noch etwas schleppend an.“

          Ein Sprecher der Wiesbadener Volksbank meint, bei den Vereinen unter den Kunden sehe es in Sachen Sepa jedenfalls nicht besser oder schlechter aus als bei den Unternehmenskunden. Auch die Volksbank hat schon auf Veranstaltungen Vereinsvorstände informiert, Briefe verfasst und Broschüren verteilt. In der Landeshauptstadt tröstet man sich allerdings damit, dass die meisten Vereine nicht im Februar ihre Jahresbeiträge einziehen, sondern erst im März oder gar den Sommer über. Für solche Vereine sei also noch ein kleines bisschen mehr Zeit.

          Weitere Themen

          Mit Nouripour und Düring

          Grüne küren Direktkandidaten : Mit Nouripour und Düring

          Die Grüne küren an diesem Samstag ihre Direktkandidaten für die beiden Frankfurter Bundestagswahlkreise. Es werden der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour und die Sprecherin der Grünen Jugend Hessen, Deborah Düring,

          Topmeldungen

          Elektronenmikroskopische Aufnahme des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2), das Covid-19 verursacht

          Coronavirus : Mehr als 21.600 Neuinfektionen in Deutschland

          Das RKI meldet 379 Todesfälle binnen 24 Stunden. Am Freitag wurde die Marke von einer Million Covid-19-Fällen in Deutschland überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen liegt unter dem Stand der Vorwoche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.