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Neues Zahlungssystem : Zeit für Umstellung auf Sepa-Verfahren wird knapp

  • -Aktualisiert am

Lücke: Wenn am 1. Februar das europäische Zahlungssystem Sepa in Kraft tritt, werden vermutlich nicht alle Vereine ihren Zahlungsverkehr entsprechend geändert haben Bild: dpa

Vor allem für kleine Vereine ist es eine große Anstrengung: In einem Monat müssen auch sie den Vorgaben für das europäische Zahlungssystem Sepa Folge leisten. Viele sind aber noch nicht darauf vorbereitet.

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          Wenn am 1. Februar das europäische Zahlungssystem Sepa in Kraft tritt, werden vermutlich nicht alle Vereine ihren Zahlungsverkehr entsprechend geändert haben. „Noch immer haben sich viele nicht rückgemeldet“, sagt der Sprecher der Frankfurter Sparkasse, Sven Matthiesen. Schon seit einiger Zeit hatten sich die Kreditinstitute besorgt darüber gezeigt, ob die Tausende in der Region ansässigen Vereine die Umstellung rechtzeitig in die Wege leiten würden.

          Mag die Veränderung die großen Vereine personell und technisch nicht herausfordern, für die Schatzmeister und Kassierer vieler kleinerer Vereine folgt daraus aber schon ein erheblicher Mehraufwand. Unter anderem müssen sie neben der Beantragung einer „Gläubigeridentifikationsnummer“ bei der Bundesbank allen Mitgliedern eine „Mandatsreferenznummer“ zuweisen, sämtliche Verträge überarbeiten, um BIC- und IBAN-Daten ergänzen und so die vorhandenen Einzugsermächtigungen in Sepa-Lastschriftmandate umwandeln. Zudem muss die Software angepasst werden, sofern sie nicht Sepa-fähig ist.

          „Wer jetzt noch nicht angefangen hat und Mitgliederzahlen im drei- oder vierstelligen Bereich hat, für den wird es eng“, sagt Matthiesen. Wer sich spute, dem könne im Januar zwar gerade noch die rechtzeitige Umstellung gelingen. „Ein Skiurlaub sollte aber nicht auch noch auf dem Programm stehen.“ Seit Mitte 2013 informieren die Kreditinstitute mit Broschüren, im Internet und mit Informationsveranstaltungen die Vereine, von denen rund 800 ein Konto bei der Frankfurter Sparkasse unterhalten.

          Entzug der Gemeinnützigkeit droht

          Im Gegensatz zu einer Reihe von Vereinen, die, um Zeit zu gewinnen, die Jahresbeiträge für 2014 schon 2013 eingezogen haben oder noch in diesem Monat kassieren, hat das Kulturforum Zeilsheim die Umstellung schon länger abgeschlossen. Im Juli hatte die Vereinsvorsitzende Karin Nass eine Infoveranstaltung ihrer Bank besucht, Ende Oktober waren alle Formalitäten erledigt: nicht zuletzt, weil das Finanzamt schon zu Jahresbeginn Vereine darüber informiert hatte, dass ihnen der Entzug der Gemeinnützigkeit drohe, falls sie die Umstellung nicht fristgemäß vollzögen. „Das wollten wir natürlich mit aller Kraft verhindern.“ Die Änderung auf das europaweit einheitliche Lastschriftverfahren hat Nass mit der Schatzmeisterin und einer weiteren Kollegin besorgt. Das Schwierigste sei gewesen, alle 250 Mitglieder zu erreichen, sagt die Vorsitzende. So müssten zum Beispiel Ehepaare, die früher gemeinsam gelistet gewesen waren, von jetzt an separate Lastschriftaufträge tätigen.

          Nach Erhalt der Gläubigeridentifikationsnummer haben Nass und ihre Kolleginnen die Mitgliedsnummern in Mandatsnummern konvertiert, die Bankdaten angepasst, Informationen über die neue Regelung an alle Mitglieder verschickt und die Erneuerung der Software in Auftrag gegeben. „Das war eine Menge Arbeit“, sagt Nass, „die Hilfe der Bank hat das aber vereinfacht.“ Auf ihren Internetseiten stellen die Kreditinstitute unter anderem eine Software zur Verfügung, die das Umrechnen der Kontodaten übernimmt. Nachzügler unter den Vereinsvertretern, die noch nicht auf die Ankündigung der Umstellung reagiert haben, werden von ihren zuständigen Betreuern derzeit gezielt angesprochen. Erneuern sie ihren Zahlungsverkehr nicht rechtzeitig, können sie durchaus aufgrund fehlender Einnahmen in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

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