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Neues Zahlungssystem : Viele Sportvereine weiter nicht für Sepa gerüstet

  • -Aktualisiert am

Neue Zahlen fürs Zahlen: Ab 1. Februar 2014 tritt der europaweit einheitlich Zahlungsverkehr Sepa in Kraft. Bild: dpa

Zum neuen Zahlungssystem Sepa sind küntig an alle Vereine und Unternehmen gesetzlich verpflichtet. Vor allem Vereine in Hessen sind noch nicht richtig auf den Wechsel vorbereitet und so drohen ihnen Zusatzkosten. Allerdings kommt ihnen die EU nun entgegen.

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          Vor der Umstellung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auf das europaweit einheitliche Zahlungssystem Sepa sind viele Unternehmen und vor allem Vereine in Hessen noch nicht ausreichend darauf vorbereitet. Edmund Nickel vom Landessportbund sagte am Mittwoch auf einer Veranstaltung in der Frankfurter Bundesbank-Hauptverwaltung, erst ein Drittel der 7800 in dem Bund organisierten Sportvereine sei bisher bereit für das neue Zahlungssystem. Ein weiteres Drittel arbeite gerade an der Umstellung, vom letzten Drittel habe man noch nichts gehört. Allerdings bekommen sie nun von der EU mehr Zeit als gedacht. Sie Sepa-Einführung greift nicht mehr zum 1. Februar, sondern sechs Monate später (siehe Kasten)

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Vereine ist die Umstellung allerdings besonders wichtig, wenn sie etwa die Mitgliedsbeiträge per Lastschrift einziehen. Künftig geht das nur noch, wenn der Verein eine Gläubigeridentifikationsnummer bei der Bundesbank beantragt und erhalten hat. Außerdem muss jedes Mitglied eine Mandats-Referenznummer bekommen und über alle Neuerungen informiert werden. Manche Vereine verschaffen sich schon mehr Zeit, indem sie etwa die Jahresbeiträge möglichst noch im Januar einziehen, oder sie bitten ihre Mitglieder darum, die Beiträge statt per Lastschrift mit einem Dauerauftrag zu zahlen. Bei Daueraufträgen nimmt die Hausbank automatisch die Änderungen vor. Auch sonst müssen Privatleute in der Regel nichts ändern. Sie können noch bis 2016 mit ihren bisherigen Kontodaten arbeiten und müssen erst dann die neue 22 Stellen lange Iban-Nummer nutzen. Die internationale Bankleitzahl BIC entfällt bis dahin und ist nur übergangsweise relevant. Beim Sportbund „explodiert“ die Zahl der Anrufe zur Sepa-Umstellung seit Jahresbeginn, wie Nickel weiter sagte. Viele Vereinsvertreter beklagten, dass sie bei ihrer Hausbank derzeit niemanden für Nachfragen erreichten. Nickel appellierte an die Banken, ihre Kapazitäten zu erhöhen.

          Liquiditätsengpässe und Mehrkosten

          Zu der Veranstaltung hatten die Bundesbank und der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) mehrere Verbandsvertreter eingeladen, um mit ihnen über den Stand der Umstellung zu sprechen. Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele sagte Nickel zu, bei den Banken noch einmal auf den voraussichtlich hohen Arbeitsaufwand rund um die Umstellung hinzuweisen. In den entsprechenden Abteilungen der Bundesbank gelte derzeit eine Urlaubssperre.

          Thiele sagte weiter, dass auch viele kleine und mittelgroße Unternehmen noch nicht genug für die Umstellung getan hätten. Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger bestätigte diesen Eindruck. Und auch der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Thomas Stöhr, äußerte, dass einige Kommunen noch nicht bereit für Sepa seien, obwohl sie etwa zum Einzug von Kita- und Müllabfuhrgebühren die neuen Daten brauchten. Thiele betonte mehrfach, dass es sich um eine gesetzlich Änderung handele, an die sich alle halten müssten. Schäfer warnte vor Liquiditätsengpässen und Zusatzkosten, wenn nach der Umstellung der Zahlungsverkehr nicht mehr reibungslos laufe. Wolf Brandes von der Verbraucherzentrale Hessen warnte noch einmal vor E-Mails, mit denen Kriminelle die Verunsicherung um Sepa ausnutzten.

          EU verlängert Übergangsfrist

          Die EU-Kommission wird die Übergangsfrist für die Einführung des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa um sechs Monate verlängern. Offiziell bleibe es aber beim Auslaufen der  Frist vom 1. Februar 2014, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission vom Donnerstag in Brüssel. In der Praxis allerdings sollen die bisherigen Überweisungswege noch sechs Monate länger funktionieren. Die Umstellung sei nicht weit genug fortgeschritten, um einen „reibungslosen Übergang“ zu ermöglichen. Mit der Verlängerung der Übergangsfrist werde verhindert, dass die Nicht-Sepa-Zahlungen ab Februar blockiert werden. Ein Sprecherin sagte, es werde keine weitere Verlängerung geben. (dpa.)

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