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Neues Hochhaus im Europaviertel : Höchster Wohnturm Deutschlands

Blick aus der Vogelperspektive auf den geplanten Wohnturm im Frankfurter Europaviertel Bild: Simulation Magnus Kaminiarz & Cie.

Im Europaviertel soll es superlativ zugehen. Im Architekturwettbewerb hat der Entwurf für ein 160 Meter hohes Gebäude gewonnen. Neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza könnte der höchste Wohnturm Deutschlands entstehen.

          Neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza im Europaviertel soll mit 160 Metern das höchste Wohnhochhaus Deutschlands entstehen. Ein organisch geformter Wohnturm soll die Blicke auf sich ziehen: Mit diesem Entwurf hat das Frankfurter Architekturbüro Magnus Kaminiarz & Cie. einen entsprechenden Architekturwettbewerb für sich entschieden. Ein Termin für das Bauvorhaben steht noch nicht fest. Wie der Bauherr, der Berliner Projektentwickler GSP Gesellschaft für Städtebau und Projektentwicklung, auf Anfrage mitteilte, soll nun in Abstimmung mit den städtischen Behörden ein Bauantrag erarbeitet werden. Die GSP hatte das Grundstück, auf dem vor Jahren schon einmal ein Hotelturm geplant war, Ende Dezember von der CA Immo Deutschland GmbH erworben.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Preisgericht unter Vorsitz des Münchner Architekten Christoph Sattler stimmte einstimmig für den Siegerentwurf. Kaminiarz konnte sich gegen fünf Mitbewerber durchsetzen. Auf dem zweiten Platz landete das Büro NPS Tchoban Voss aus Hamburg vor dem drittplazierten Büro Astoc aus Köln, das sich gemeinsam mit Lorber und Paul Architekten beteiligt hatte. Die beiden Büros hätten „sehr klassische Entwürfe“ eingereicht, hieß es. Die drei Frankfurter Büros NKBAK, Raumwerk und Schneider + Schumacher gingen leer aus.

          Gebäude biete hohe Wohnqualität

          Der Siegerentwurf sieht rund 340 Wohnungen vor. Bis auf das Erdgeschoss und Funktionsflächen hat das Hochhaus eine reine Wohnnutzung. Das Gebäude umfasst eine Bruttogeschossfläche von rund 44.000 Quadratmetern. Der Entwurf sieht einen Mix aus zirka 30 Prozent kleineren Wohnungen, 55 Prozent klassischen Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen und 15 Prozent großzügigen Wohnungen mit bis zu 280 Quadratmeter Wohnfläche in den obersten Etagen vor.

          Nach Angaben des Bauherrn erfüllt der Entwurf die Vorgaben der Auslobung besonders gut. „Der Siegerentwurf erfüllt alle signifikanten Attribute an hohe architektonische Qualität und die notwendige, individuelle Wohnkultur“, teilte der Geschäftsführer von GSP, Jürgen Blankenberg, mit. Der energetische Standard des Gebäudes gehe weit über die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben hinaus. GSP hebt in ihrer Mitteilung die „panoramaartige Glasfassade und wertvolle Außenflächen in großzügigen Loggien“ hervor. Dadurch biete das Gebäude eine hohe Wohnqualität „mit erlebbarem Wohnen im Hochhaus“.

          Projekt außergewöhnlich und ambitioniert

          Wegen der nahen Trasse der U-Bahn-Linie 5, die ins Europaviertel verlängert wird, ist die Lage des Grundstücks nicht einfach. Die Anzahl der Untergeschosse ist begrenzt. Zu dem Gebäude gehört deshalb auch ein oberirdisches, etwa fünf Geschosse hohes Parkhaus. Auch diese Aufgabe hat der erstplazierte Entwurf nach Meinung des Auslobers „hervorragend“ gelöst. Neben dem Parkhaus entsteht ein Appartementhaus.

          Die Stadt wurde im Preisgericht von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) und dem stellvertretenden Leiter des Stadtplanungsamts Martin Hunscher repräsentiert. Wie Cunitz auf Anfrage sagte, handelt es sich um ein außergewöhnliches und ambitioniertes Projekt, das gut nach Frankfurt passt. „Das Thema Wohnhochhaus erlebt eine Renaissance.“ An der Architektur lasse sich die Nutzung des Gebäudes eindeutig ablesen.

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