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Neues aus der Lokale-Szene : Küche, Köche und Termine

Gemeinsam zu neuen Taten: Lars Kabiersch und Jan Hofmann im „Weingarten“ Bild: Wonge Bergmann

Eröffnet, geschlossen, ein neuer Chef: Die Lokale-Szene ändert sich stetig. Ein Update im April mit Namen und Nachrichten aus der Gastronomie.

          5 Min.

          Jan Hofmann im „Weingarten“

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          2007 hatte der Weinhändler Ulrich Kabiersch eine gute Idee. Mit seiner Frau eröffnete er in Frankfurt-Bockenheim ein Lokal, den „Weingarten“. Jetzt hat sein Sohn Lars das Etablissement übernommen, nach einer drei Monate währenden Umbau-Pause ist es wieder offen. Der große, ringsum verglaste Raum hat ein Facelifting und ein paar neue Möbel bekommen. Die Weinkarte ist neu strukturiert worden, unter anderem sind jetzt auch ein paar Naturweine zu probieren, außerdem ist das kulinarische Angebot, das bislang aus weinstubentypischen, vorwiegend kalten Happen bestand, ausgeweitet worden.

          Für das Essen ist Jan Hofmann zuständig, und das ist, ohne den Dingen vorgreifen zu wollen, eine interessante und gute Nachricht. Hofmann hat 2015 dem „Seven Swans“, einem kleinen Gourmetrestaurant am Mainufer, seinen ersten Michelin-Stern erkocht und die Umstellung des Angebots dort auf eine rein vegetarische Küche verantwortet. Vor einem Jahr hat er das „Seven Swans“ verlassen und sich eine Auszeit von der täglichen Arbeit in einem Restaurant genommen. Kabiersch hat Hofmann bei einer Veranstaltung kennengelernt, auf der Hofmann gekocht hat. Sie hätten sich gleich verstanden, sagen beide, und dass sie ähnliche Auffassungen von zeitgenössischer Gastronomie hätten. „Keine Schwellenangst erzeugen, eine entspannte Atmosphäre schaffen, hochwertige Produkte anbieten“, sagt Kabiersch.

          Hofmann sagt es ähnlich, er wolle gut kochen, mit Top-Waren, aber nicht demselben Aufwand wie in einem Gourmetrestaurant. Vorerst stehen fünf Gerichte auf der Karte, eines vegetarisch, zwei mit Fisch, darunter ein gebeizter Eismeersaibling mit Kohlrabi und Kaviar, zwei mit Fleisch und ein Dessert. Die Karte soll monatlich wechseln, vielleicht kämen Tagesangebote hinzu, heißt es, es solle sich alles entwickeln. In der Küche stehen zwei Leute, für den Service hat Kabiersch drei junge Sommeliers gewonnen. Wenn es wärmer wird, kann man lange draußen sitzen, ohne Verkehrslärm, der „Weingarten“ liegt an einem autofreien Seitenarm der Leipziger Straße. Man könne, sagt Kabiersch, bei ihm trinken und essen oder nur trinken, wie bisher könnten die Gäste zudem einen Teil der angebotenen Weine zu Fachhandelspreisen zum Mitnehmen kaufen: Klingt alles so, als sei der runderneuerte „Weingarten“ ein guter Ort (Clemensstraße 3, Telefon: 0 69/97 76 58 88, montags bis samstags von 18 Uhr an geöffnet).

          „Café Herz“ eröffnet

          Hand in Hand mit seiner Frau Zübeyde schlenderte der Frankfurter Oberbürgermeister zurück zum Römer, von der Eröffnung eines Lokals an der Braubachstraße, in dem sich an diesem Spätnachmittag Hunderte drängten: „Café Herz“ heißt der Betrieb der Brüder Zeleke, die in Frankfurt mit dem Nu Soul bekannt geworden waren und heute im Bahnhofsviertel einen Club betreiben. Das „Café Herz“ am Rande der neuen Alstadt, direkt gegenüber dem Restaurant „Margarete“ ist in Blau- und Grüntönen ein bisschen wie eine Höhle eingerichtet, es wirkt sehr modern, dabei gemütlich und ist, wenn man daran vorbeigeht, meistens gut besucht. Vorerst gibt es dort nur Kaffee und Kuchen und ein paar Salate in kleinen Weckgläsern, das Angebot soll noch um kleine Gerichte wie Sandwiches erweitert werden, heißt es, demnächst (Braubachstraße 31, täglich von 10 Uhr an).

          Neu in Mainz

          „Genusswerkstatt“ nennt das Atrium Hotel in Mainz ein neues Lokal, das jetzt an drei Tagen in der Woche das Angebot im Haus-Restaurant „Adagio“ ergänzt (Foto links unten). Anstelle einer Auswahl à la carte wird in der „Genusswerkstatt“ ein Menü von bis zu zehn kleinen Gängen offeriert. Im Mittelpunkt, sagt Küchenchef Carl Grünwald, stünden Gerichte aus regionalen Lebensmitteln. Neu ist auch die rustikal-elegante Gestaltung des Restaurants, sie soll einen Bogen schlagen zu einem naturnah-reduzierten Essen, bei dem das Produkt im Fokus stehen soll. Verantwortlich ist für das Lokal neben dem Küchenchef als Restaurantleiter und Sommelier Oliver Habig. Das „Atrium“ ist ein privat geführtes Vier-Sterne-Hotel (Flugplatzstraße 44, Telefon: 0 61 31/49 10, „Genusswerkstatt“ donnerstags bis samstags von 18 Uhr an, für Gruppen von acht Personen an ist das Restaurant nach Absprache auch an anderen Tagen geöffnet).

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