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Neues aus dem Frankfurter Geschäftsleben : Ein neues Kaufhaus für Sachsenhausen

Neuanfang: Betten Rid ist an die Kaiserstraße umgezogen. Bild: Sick, Cornelia

Für die Schweizer Straße geht heute mit der Eröffnung der Drogerie Müller und der Rückkehr des Rewe-Marktes im ehemaligen Woolworth-Haus eine Durststrecke zu Ende. Betten Rid ist jetzt neu an der Kaiserstraße.

          Statt Woolworth: Müller und Rewe

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Einzelhändler an der Schweizer Straße können aufatmen. Nach gut einem Jahr Bauzeit ist das neue Geschäftshaus fertig geworden, in das statt Woolworth jetzt die Drogeriekette Müller einzieht und der Rewe-Supermarkt zurückkehrt. Die Baustelle hat die Einkaufsstraße in den vergangenen Monaten Zulauf und Umsatz gekostet. Heute also beginnt eine neue Ära mit einem Mieter, dessen Sortiment weit über das übliche Drogerie-Maß hinausgeht. Im Prinzip ist Müller ein kleines Kaufhaus, das außer Mode nahezu alles verkauft. Der Drogerie-Abteilung angeschlossen ist eine Parfümiere mit vielen namhaften Marken. Bekannt ist Müller auch für sein breites Angebot an CDs, DVDs, Computer-Spielen und PC-Zubehör. Für Familien ist die Schreib- und Spielwarenabteilung interessant. Hinzu kommen Glas und Geschirr für zu Hause, Strümpfe, Wolle und Kurzwaren. In großen Filialen gibt es auch Haushaltswarenabteilungen mit Elektrokleingeräten wie Bügeleisen und Kaffeemaschinen.

          Das schwäbische Unternehmen, das im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro erzielt hat, setzt mit seiner neuen Filiale – rund 2000 Quadratmeter über zwei Etagen – erstmals einen Fuß nach Frankfurt. Bisher gibt es Müller etwa in Offenbach, Neu-Isenburg, Bad Homburg und Bad Vilbel. Alles in allem sind es rund 709 Niederlassungen im In- und Ausland. Mit Rewe kehrt ein Altbekannter an die Schweizer Straße zurück. Mit 950 Quadratmetern im Untergeschoss hat der Markt um gut ein Drittel zugelegt. Neu ist ein separater Zugang, der eigene Öffnungszeiten (montags bis samstags 7 bis 22 Uhr) erlaubt. Als Besonderheit stellt Rewe eine große Frische-Abteilung für Obst und Gemüse heraus sowie eine Salat- und Pastabar zum Selbstbedienen.

          Betten Rid setzt auf Premium

          Das Münchner Fachgeschäft für Betten und Haustextilien Betten Rid ist von der Biebergasse an die Kaiserstraße (ehemals Gravis) umgezogen. Das neue Geschäft erstreckt sich mit rund 1500 Quadratmetern über drei Etagen. Laden-Gestaltung und Marken-Angebot sind nach Mitteilung des Unternehmens deutlich aufgewertet worden. Beim Einkaufen sollen fortan Erlebnis und Gefühle nicht zu kurz kommen. Auch die individuelle Anfertigung soll eine größere Rolle spielen. Betten Rid feiert mit der Eröffnung sein 25.Jahr in Frankfurt. Das Traditionshaus wurde bereits 1916 in München gegründet.

          PurPur zieht um, Roche Bobois folgt

          Die Inneneinrichter zieht es in die Stadt. Nach 14 Jahren geben jetzt Katrin von Mallinchrodt und Maud Winkler-Momberger, die seit 1990 das Einrichtungshaus PurPur betreiben, ihren Ausstellungsraum an der Hanauer Landstraße auf, um in der Nähe des Schauspielhauses, an der Neuen Mainzer Straße 1, neu anzufangen. „Wir wollen präsent und sichtbar sein“, sagt Winkler-Momberger auch vor dem Hintergrund, dass viele Mitarbeiter internationaler Unternehmen nach Frankfurt kommen. Der neue Schauraum ist mit 300 Quadratmetern nur noch halb so groß wie der bisherige, bietet laut Momberger jedoch genug Fläche, um neue Konzepte zu zeigen. Noch bis zum 15.September läuft dort ein Sonderverkauf, danach beginnt der reguläre Betrieb. PurPur hat hochwertige Marken wie Minotti, Vitra, Poltrona Frau und Cassina im Programm. Das Angebot richtet sich sowohl an private als auch an öffentliche Kunden. Den Ausstellungsraum an der Hanauer Landstraße wird das französische Möbelunternehmen Roche Bobois übernehmen, das ebenfalls in der Premium-Liga spielt.

          Pylones statt Lush beim Römer

          Spülbürsten, die lächeln, und Kuchenheber, die auf Dackelbeinen spazieren – für solche emotionalisierten Alltagsgegenstände steht das französische Unternehmen Pylones. Im Skyline Plaza ist der „editeur d’objets“, wie sich die Produkt-Designer selbst bezeichnen, sehr beliebt. Jetzt bekommt die Filiale im Einkaufszentrum Konkurrenz. Wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigt, wird es an der Ecke Braubachstraße/Neue Kräme eine weitere Filiale eröffnen. Dort war bis vor einigen Monaten noch ein Starbucks-Café. Ursprünglich wollte die amerikanische Seifenkette Lush die Räume übernehmen. Diese Pläne haben sich jedoch zerschlagen, wie zu hören ist. Pylones plant die Eröffnung für Anfang Oktober. Es ist dann die zehnte Filiale in Deutschland.

          Linda-Schuhableger jetzt Outlet

          Die Kleine Hochstraße Nummer 7 kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Zwölf Jahre lang war der Herrenausstatter Möller& Schaar an diesem Seitensträßchen der Freßgass’ mit einem Outlet vertreten, bevor im vergangenen August der Schuhsalon Linda mit einem Ableger für ein jüngeres Sortiment einzog. Doch das hat nicht funktioniert, wie Junior-Chefin Nina Catacchio nach einem Jahr feststellt. „Die Straße ist tot.“ Daher zieht sie jetzt die Reißleine. Das Geschäft wurde zu einem Outlet umfunktioniert. Die Kleine Hochstraße sei auch zu weit entfernt von den anderen beiden Linda-Standorten (Rathenauplatz und Goethestraße). Von zehn Kunden dort hätten im Schnitt nur zwei den Weg zur Filiale an der Hochstraße gefunden, sagt Catacchio. Mit dem neuen Konzept – Einzelpaare und Restgrößen werden mit Abschlägen zwischen 30 und 70 Prozent verkauft – habe sich das bereits geändert. Offenbar ist für Schnäppchen kein Weg zu weit.

          My Place erweitert Lagerfläche

          Immer mehr Privathaushalte lagern ihr Hab und Gut vorübergehend oder auf Dauer ein. Der Markt für Lagerräume, die man für solche Zwecke mieten kann, wächst seit Jahren. Auch in Frankfurt steigt die Zahl der Anbieter. Inzwischen haben die Lagerhäuser selbst Platzprobleme. Wie die Lagerhaus-Kette My Place ankündigt, erweitert sie jetzt ihre Lagerfläche an der Ludwig-Landmann-Straße um 85 Abteile beziehungsweise 450 Quadratmeter. Bisher sind es 7000.

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