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Neuer Zeuge : Flughafen-Attentäter an Waffe ausgebildet?

  • Aktualisiert am

Der Frankfurter Flughafen-Attentäter vor Gericht Bild: dpa

Der als Flughafen-Attentäter bekannt gewordene Frankfurter ist möglicherweise in einem Sommercamp in Bosnien an der Waffe ausgebildet worden. Dies behauptet ein neuer Zeuge.

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          Der islamistisch angestachelte Attentäter vom Frankfurter Flughafen ist möglicherweise in einem Sommercamp in Bosnien an der Waffe ausgebildet worden. Dafür habe ein Journalist aus Stuttgart Anhaltspunkte, sagte der Vorsitzende Richter vor dem Frankfurter Oberlandesgericht. „Wenn das stimmen sollte, müssen wir davon ausgehen, dass vor uns ein an der Waffe ausgebildeter islamistischer Terrorist sitzt.“

          Vieles was der 21 Jahre alte Angeklagte Arid Uka bislang ausgesagt habe, sei dann Makulatur. Der Kriegsreporter konnte wegen Grippe aber nicht wie geplant als Zeuge gehört werden.

          Widersprüche zu Ermittlungen

          Uka wies die Vorwürfe zurück. „Ich war noch nie in einem Sommerlager.“ Er sei im Sommer 2010 lediglich bei seiner Familie im Kosovo gewesen. Eine Kriminalkommissarin des Bundeskriminalamtes sah Widersprüche zwischen eigenen Ermittlungen und den Angaben des von ihr vernommenen Journalisten. „Wir haben bei unseren Ermittlungen keine Anhaltspunkte auf einen Aufenthalt in einem Ausbildungslager gefunden.“

          Der Zeuge soll jetzt am 2. Februar vor dem Staatsschutzsenat gehört werden. Die Urteilsverkündung ist für den 10. Februar vorgesehen.

          Zwei amerikanische Soldaten getötet

          Uka hatte zu Prozessbeginn gestanden, am 2. März 2011 auf dem Frankfurter Flughafen zwei amerikanische Soldaten mit Kopfschüssen getötet und zwei andere schwer verletzt zu haben, weil sie auf dem Weg nach Afghanistan waren. Die Tat gilt als der erste islamistische Anschlag in Deutschland mit Toten und Verletzten.

          Bundesanwaltschaft und Nebenklage haben bereits auf lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld plädiert. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Die Verteidigung hat sich gegen die Schuldschwere ausgesprochen, geht aber auch von Mord und damit von lebenslanger Haft aus.

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