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Neuer Typ von Energiesparhäusern : Das Ende des Wärmedämmverbundsystems

Schöne neue Wohnwelt: So soll das „Plus-Energie-Haus“ der Nassauischen Heimstätte am Riedberg aussehen. Bild: Simulation Architekten HHS

Im Rennen um die Krone des energieeffizienten Bauens bekommt die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding Konkurrenz. Die Nassauische Heimstätte baut ein Plus-Energie-Haus.

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          Wer baut grüner? Im Rennen um die Krone des energieeffizienten Bauens bekommt die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding Konkurrenz. Die Nassauische Heimstätte baut im Frankfurter Neubaugebiet Riedberg ein Plus-Energie-Haus im Geschosswohnungsbau. „Eine Weltneuheit“, meint Geschäftsführer Thomas Dilger. Die ABG legt nach: Das kommunale Unternehmen, das seit einigen Jahren ganz auf Passivhäuser setzt, plant gemeinsam mit dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler eine Mustersiedlung am Riederwald, in der neue Dämmstoffe erprobt werden.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Es sieht nicht aus wie eine Maschine.“ Der Architekt Manfred Hegger, der das Projekt der Nassauischen Heimstätte betreut, hebt hervor, dass sein Entwurf auch wirklich ein Wohnhaus ist. Von außen hat es zwar Ähnlichkeit mit einem Bürogebäude. Doch Hegger versichert, die Technik setze der Architektur keine Grenzen. Das viereinhalb Geschosse hohe, monolithisch wirkenden Gebäude bietet Platz für zwanzig Zwei- bis Fünf-Zimmerwohnungen. Jede von ihnen hat eine Loggia, das Treppenhaus liegt im Kern des Hauses. Das um zehn Grad geneigte Dach und die nach Süden ausgerichtete Fassade werden mit Photovoltaik-Zellen beschichtet. Damit die Gebäudehülle optisch mit den dunklen Solarzellen harmoniert, werden die übrigen Teile der Fassade mit Titan-Zink-Blechen verkleidet. Um die Anforderungen des Passivhaus-Standards auch mit verhältnismäßig dünnen Wänden zu erreichen, sollen moderne Dämmstoffe eingesetzt werden.

          Es wird kein Kohlendioxid produziert

          Wie ein Passivhaus wird auch das Null-Energie-Haus mechanisch gelüftet, damit keine Wärme verlorengeht. Die dreifach verglasten Fenster können aber jederzeit geöffnet werden. Das gut gedämmte Gebäude ist sogar ein Aktivhaus: Es produziert mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen. Die Photovoltaik-Module auf Dach und Fassade liefern genügend Strom, um das Haus mit Elektrizität zu versorgen und auch die Elektroautos und -fahrräder im Untergeschoss aufzuladen.

          Das Gebäude ist ein „Nur-Strom-Haus“, in dem kein Kohlendioxid produziert wird. Durch eine Wärmepumpe, deren Quellen ein unterirdischer Wasserspeicher und ein Sonnenkollektor sind, wird das Gebäude beheizt. Der Wasserspeicher, der die Wärmepumpe speist, liegt nur etwa einen Meter unter der Erdoberfläche. Sollte bei einer langen Frostperiode die Temperatur doch unter den Gefrierpunkt fallen, wird durch einen sogenannten Eisspeicher die beim Phasenwechsel von Wasser zu Eis freigesetzte Energie für die Wärmeerzeugung genutzt.

          Keine Erdwärme

          Stellt man den Energiebedarf für Wärmepumpe und Haushaltsstrom der durch Photovoltaik und Solarthermie produzierten Energiemenge gegenüber, bleibt unter dem Strich ein Energieüberschuss von 33.000 Kilowattstunden im Jahr - eine Strommenge, mit der die zehn Elektromobile in der Tiefgarage jeweils 13.200 Kilometer im Jahr fahren können.

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