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Baubeginn 2020 : Der zweite Messe-Turm

Diskreter Torwächter: Trotz seiner Höhe von 124 Metern wirkt der Turm angenehm zurückhaltend. Bild: Simulation Gustav Zech Stiftung

Die Gustav-Zech-Stiftung errichtet bis 2024 im Frankfurter Europaviertel einen neuen Messeeingang und ein Hochhaus. Dem Wahrzeichen am Haupteingang soll es aber keine Konkurrenz machen.

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          Manche Dinge brauchen etwas länger. Hochhäuser planen gehört dazu. Seit vor fünf Jahren der Architekturwettbewerb entschieden wurde, ist es um das Projekt, für die Messe einen neuen Südeingang im Frankfurter Europaviertel zu bauen, merkwürdig still gewesen. Die Ruhepause ist nun beendet. Das Bauvorhaben, das außer einem neuen Messeeingang auch einen 124 Meter hohen Hotel- und Büroturm umfasst, wird nun von der Gustav-Zech-Stiftung verwirklicht. Der Bauantrag wird vorbereitet, so dass in der zweiten Jahreshälfte 2020 die ersten Arbeiten beginnen könnten. Bis 2024 soll alles fertig sein.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Hochhaus entsteht in der Nähe des Torhauses direkt westlich der Emser Brücke, einer Hochstraße und S-Bahn-Verbindung im Neubaugebiet Europaviertel. Die Gustav-Zech-Stiftung kauft von der Messe Frankfurt das westliche Teilgrundstück und baut dort das Hochhaus. Der neue Messeeingang Süd entsteht daneben und bleibt im Eigentum der Messegesellschaft, wird aber im Rahmen eines Generalübernehmervertrages ebenfalls von Zech errichtet.

          Beide Gebäudeteile bilden optisch eine Einheit und werden von dem Frankfurter Büro Cyrus Moser Architekten entworfen, das den Wettbewerb 2014 gewonnen hatte. Der schlanke Turm hat eine abgeschrägte Ecke und trägt eine helle, von schmalen Lisenen geprägte Fassade. Das Hochhaus soll den neuen Messeeingang markieren. Trotz seiner Höhe wirkt der Turm angenehm zurückhaltend; er trumpft nicht auf. An diesem Nebeneingang war auch kein neues Wahrzeichen gewünscht, das dem Messeturm am Haupteingang Konkurrenz machen würde.

          Ungeplante Veränderungen

          Gegenüber der ursprünglichen Planung gibt es einige Veränderungen. So entfällt ein niedriger Turm an der Emser Brücke, der zunächst das Hotel beherbergen sollte, im Bebauungsplan aber nicht vorgesehen war. Stattdessen wird der ursprünglich mit 100 Metern geplante Büroturm etwas höher und umfasst nun zwei Nutzungen: In die unteren 18 Geschosse zieht ein Vier-Sterne-Hotel, darüber entstehen ein Technikgeschoss und dann auf 13 Etagen Büroflächen. Fünf davon werden an die Frankfurter Messegesellschaft vermietet, deren Mitarbeiter bisher auf dem gesamten Messegelände untergebracht sind.

          Blick aus der Vogelperspektive: Neben dem Messegelände wird auch das Europaviertel weiter gestaltet.

          Vor dem Gebäude entsteht ein großer „Messeplatz“, der als Entrée für die unterschiedlichen Nutzungen dient: Von dort gelangen die Besucher durch separate Eingänge in die Büro- und Hotelräume und, Richtung Osten, in die Messe. Optisch wirkt es so, als wäre der Messeeingang der Sockel des Hochhauses. Zur Europa-Allee hin fasst allerdings ein stützenfreier Bügel den Platz, der allerdings nach oben offen ist und kein Glasdach trägt. Am Messeplatz wird es auch ein Café geben. In vier Untergeschossen entstehen 200 Stellplätze.

          Der Messeeingang mit seinen vier Geschossen wird auf dem östlichen Grundstücksteil errichtet. Er umfasst eine große Empfangshalle mit Zugangskontrollsystemen, Veranstaltungs- und Konferenzräume sowie Gastronomie.

          Gute Anbindung und ein Selbstläufer

          Über die Via Mobile, das überdachte und verglaste Transportsystem des Messegeländes mit Laufbändern und Rolltreppen, wird der neue Süd-Eingang mit der 2018 eröffneten Halle 12 und damit auch mit allen anderen Hallen der Messe verbunden. Durch die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 ins Europaviertel werden das Hochhaus und der Eingang gut an den Nahverkehr angebunden. Die künftige Haltestelle befindet sich unmittelbar vor dem Gebäudekomplex.

          Wer die 374 Hotelzimmer in dem Hochhaus betreiben wird, steht noch nicht fest. Zech befindet sich nach eigenen Angaben aber in „fortgeschrittenen Verhandlungen“. Ein Hotel an dieser Stelle dürfte angesichts der vielen tausend Messebesucher ohnehin ein Selbstläufer sein. Das gesamte Quartier wird derzeit neu bebaut. In der Nachbarschaft entstehen mehrere Hochhäuser, die unter anderem von der Deutschen Bahn genutzt werden. Was noch fehlt, ist ein Name für das Projekt. „Europa-Turm“ würde angesichts der Lage im Europaviertel naheliegen.

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