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Entspannung in einem Hotspot : Neuer Rekord an Corona-Fällen in Hessen

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Forschergeist: Virologie-Mitarbeiter in Marburg bei der Arbeit; die Stadt liegt in einem Kreis, der Hotspot ist Bild: Helmut Fricke

In Hessen ist die Zahl der neuen Corona-Fälle nur etwas höher als am Vortag. Das bedeutet aber einen neuen Höchstwert. Am Main steigt die zentrale Kennziffer weiter. Dagegen sinkt sie in einem anderem hessischen Hotspot.

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          Elf neue bestätigte Covid-19--Fälle mehr als zum Donnerstag meldet das Robert-Koch-Institut für Hessen. 1708 Corona-Neuinfektionen bedeuten faktisch neuen Rekord. Seit Beginn der Pandemie im März haben sich offiziell 39.093 Menschen in Hessen mit dem Virus infiziert. Etwa 24.600 gelten als genesen. Das sind etwa 600 mehr als am Donnerstag. Vier weitere Todesfälle in Verbindung mit der Pandemie gibt es laut Bundesinstitut zu beklagen. Alles in allem sind es 641. Zu Monatsbeginn waren es noch 551 Tote und gut 19.000 Infizierte seit März gewesen. Auf einen Corona-Toten kommen rechnerisch 38,3 Genesene. Auch das ein neuer, in diesem Fall erfreulicher Höchstwert.

          Der zunehmend kräftige Anstieg der Genesenenzahl dürfte an dem starken Anstieg der Fallzahlen seit Monatsbeginn liegen. Denn: Eine Infektion gilt nach gut zwei Wochen als ausgestanden. Wer dann nicht ärztlich behandelt wird, gilt als genesen. Steigt die Zahl der Infizierten kräftig, so muss auch die Gruppe der Genesenen tendenziell entsprechend wachsen. Das RKI schätzt die Zahl der Genesenen aber nur, es erhebt sie nicht offiziell.

          In Frankfurt ist der zentrale Corona-Kennwert abermals gestiegen und beläuft sich auf 224 neue Covid-19-Fälle binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern. In Offenbach liegt diese Inzidenz mit 245 auf Rekordniveau. Dagegen entspannt sich die Lage im Hotspot Kreis Marburg-Biedenkopf etwas (214).

          Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen zuletzt in Hessen 164 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. 95 Patienten wurden demnach beatmet (Stand Donnerstag, 12.15 Uhr).

          Von Kommunen selbst gemeldete Zahlen können von den Zahlen des RKI abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

          Wieso die Inzidenz eine zentrale Kennziffer zur Bewertung des Verlaufs der Pandemie bleibt, aber ihre Einschränkungen hat, erläutert die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im F.A.Z-Interview. Wie sich Büro-Arbeiter angesichts der potentiellen Ausbreitung von Viren in Räumen am besten schützen können, sagt der Arbeitsmediziner David Groneberg.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen oder einem anderen Bundesland.

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