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Neuer Bischofssitz : Zollitsch rügt Limburger Bischof wegen Kostenexplosion

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch (rechts), hat Limburgs Bischof Tebartz-van Elst wegen der Finanzaffäre um die Baumaßnahmen an seinem Bischofssitz kritisiert Bild: Kretzer, Michael

Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist öffentlich vom Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gerügt worden. Anlass ist die Kostenexplosion beim Bau des neuen Bischofssitzes.

          Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen der Finanzaffäre um die Bauarbeiten an seinem Bischofssitz kritisiert.

          Zollitsch sagte in Fulda mit Blick auf die Negativschlagzeilen, die Tebartz-van Elst angelastet werden: „Die ganze Kirche in Deutschland leidet darunter. Wir alle sind davon betroffen.“

          „Offenheit und Transparenz“

          Eine Kommission werde nun untersuchen, warum die Kosten für das neue Domizil auf mehr als zehn Millionen Euro explodierten. Die Kosten würden öffentlich dargelegt, versprach Zollitsch zum Auftakt der Herbstvollversammlung der DBK der katholischen Kirche.

          „Offenheit und Transparenz“ sollten helfen, wieder Vertrauen zurückzugewinnen. Die Situation im Bistum Limburg sei „schwierig und bedrückend“. In etwa acht Wochen hofft Zollitsch einen Überblick geben zu können. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass wir irgendetwas auf die lange Bank schieben.“

          In der Kritik steht Tebartz-van Elst wegen seiner Amtsführung, ihm wird ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen. Wegen eines Erste-Klasse-Fluges nach Indien gibt es zudem juristische Verwicklungen.

          Sprechen werden die Oberhirten aus den 27 Diözesen auch über die aufrüttelnden Worte des Papstes. „Papst Franziskus hat Zeichen gesetzt“, befand Zollitsch. Er ermutige die Kirche, mehr in den Dialog mit der Gesellschaft einzutreten. Franziskus gehe mit gutem Beispiel voran. „Wir sind dankbar für die Anregungen. Wir müssen als dienende Kirche ganz nah bei den Menschen sein“, sagte Zollitsch. Zwischen dem Papst und den deutschen Bischöfen sieht er einen „Gleichklang“. Viele deutsche Bischöfe hätten Franziskus’ Äußerungen mit Freude vernommen.

          Hekle Fragen

          Der seit sechs Monaten amtierende Pontifex mahnt, die Kirche dürfe sich nicht länger als Moralinstanz in heikle Fragen der Schwulenehe, der Scheidung, Abtreibung oder Verhütung verbeißen. Sie solle sich vielmehr allen Menschen zuwenden und Wunden heilen.

          Erzbischof Zollitsch gratulierte der CDU/CSU und Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Sieg bei der Bundestagswahl. Er bedauerte aber, dass die FDP den Einzug ins Parlament verpasste. „Es ist ein Verlust für Deutschland, wenn eine solche Kraft nicht mehr im Bundestag vertreten ist.“

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