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Corona-Krise : Wie eine Web-App Bürgern und Ärzten helfen soll

  • Aktualisiert am

Die Uniklinik Gießen und Marburg setzt in der Corona-Krise auf Innovationen (Archivbild). Bild: Helmut Fricke

Das Uniklinikum Marburg hat eine Web-App entwickelt, die einen schnellen Covid-19-Check ermöglichen und die Patientenversorgung in der Zusammenarbeit von Arztpraxis, Rettungsdienst und Universitätsklinikum verbessern soll.

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          Für die Gesundheitsregion Marburg-Biedenkopf bietet das Universitätsklinikum Marburg nun eine Web-App an, die anhand eines Fragebogens Bürgern helfen soll, Symptome und Risiken in der aktuellen Corona-Pandemie einzuschätzen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Hirsch, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Philipps-Universität Marburg, wurde Web-App COVID-Online entwickelt. Das teilte die Uniklinik am Samstag in einer Pressemitteilung mit.

          Mit der Web-App möchten das Universitätsklinikum Marburg und seine Kooperationspartner den Patientenstrom mit Corona-Anfangsverdacht in der Region Marburg-Biedenkopf besser steuern. Menschen, bei denen „Corona-Symptome“ auftreten, sollen mit dieser digitalen Unterstützung schnell die Möglichkeit bekommen, ihre Erkrankungswahrscheinlichkeit für eine Covid-19-Infektion und ihre Risikodisposition zu beurteilen und gegebenenfalls schnelle Hilfe anzufordern.

          Was bietet „COVID-Online“?

          Über das Online-Portal können die Bürger einen Fragenkatalog beantworten, um bei Symptomen, die auf eine Infektion mit Covid-19 hindeuten, einen Gesundheits-Check durchzuführen. Die Web-App fragt nach dem aktuellen Gesundheitszustand, bestimmten Krankheitszeichen wie Fieber, Husten oder Atemnot sowie auch Fragen zu Alter, Geschlecht und Gewicht, zu Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen und zu Begleiterkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes und Durchblutungsstörungen. Das Entwicklerteam aus Medizinern und IT-Spezialisten unter Leitung von Prof. Dr. Hirsch und Prof. Dr. Bernhard Schieffer habe in die Programmierung der Fragen-Algorithmen die aktuellsten klinischen Erfahrungen zu COVID-19 aus China, Italien und Spanien und einem breiten Expertenkreis eingebracht, heißt es in der Pressemitteilung.

          Unmittelbar nach dem Absenden des Fragebogens liefere COVID-Online eine Fallnummer und eine Einschätzung des persönlichen Risikos für das Vorliegen einer Coronavirus-Erkrankung und Komplikationen. Gleichzeitig erhält der Nutzer Hinweise zum weiteren Vorgehen in seiner Region. Ist die Situation mehrdeutig, bietet die Web-App zudem die Möglichkeit, über ein Call-Center am Universitätsklinikum Marburg mit Fachärzten und angehenden Medizinern in Kontakt zu treten, welches seit Freitag für Fragen zum COVID-Online-Ergebnis zur Verfügung steht.

          Das System ersetze keine fachliche medizinische Einschätzung und keinen Arztbesuch, schreibt das Klinikum in der Pressemitteilung. Es könne aber den Nutzern einen ersten Hinweis und weitere Hilfestellungen geben. Perspektivisch stehe die Web-App nicht nur im Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Verfügung, sondern könne auch bundesweit genutzt werden. Aus Kapazitätsgründen stünden bundesweit jedoch nicht die regionsspezifischen Handlungshinweise noch die UKGM-Klinik-Hotline bereit.

          Hohe Auslastung und Wartezeiten erwartet

          Ein erster Probelauf habe bereits gezeigt wie hilfreich dieses System sein kann. Die Entwickler weisen jedoch darauf hin, dass es am Anfang zu einer hohen Auslastung und Wartezeiten kommen kann, weshalb die Bürgerinnen und Bürger um Geduld gebeten werden. Die bisher etablierten Anlaufstellen der hausärztlichen Infektionssprechstunden und die Hotline 116117 stehen auch weiterhin zur Verfügung.

          Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg hatte im März bundesweit Aufsehen erregt, weil ein Team aus Forschung und Technik der Philipps-Universität Marburg und des Universitätsklinikums in sehr kurzer Zeit zwei unterschiedliche Konzepte für einfache Beatmungsgeräte entwickelt hat. Die Geräte können schnell und vergleichsweise preisgünstig hergestellt werden und in Situationen zum Einsatz kommen, in denen in Kliniken nicht mehr ausreichend reguläre Beatmungsplätze zur Verfügung stehen.

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