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Neue Straßenbahnlinie 18 : 13.000 Fahrgäste am Tag

Neue Endstation: Zahlreiche Gäste nahmen gestern am Gravensteiner Platz die ersten Bahnen der Line 18 in Empfang. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Lange haben die Bewohner des Frankfurter Bogens darauf gewartet, dass ihr Neubauviertel an den Schienenverkehr angeschlossen wird.

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          Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) ist am Sonntag besonders früh aufgestanden. Denn die erste Bahn der neuen Straßenbahnlinie 18 fuhr schon um 4.22 Uhr von der Konstablerwache in Richtung Norden los. Und bei dieser Jungfernfahrt durfte der nominelle Herr über das Frankfurter Straßenbahnwesen natürlich nicht fehlen.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) konnte dagegen ausschlafen. Die Bahn für sie und die hohen Herrschaften aus Politik und Verwaltung fuhr erst um 11.30 Uhr von der Station Römer/Paulskirche ab. Diese Haltestelle liegt zwar nicht auf der Route der Straßenbahn 18, die normalerweise vom Lokalbahnhof in Sachsenhausen über die Konstablerwache die Friedberger Landstraße hoch bis zur Friedberger Warte führt und dann links nach Preungesheim abbiegt und am Gravensteiner Platz endet. Doch um der Symbolik willen nahm der Prominenten-Zug seinen Ausgang am Römer. Schließlich haben dort die Stadtverordneten vor zwölf Jahren den Bau der Neubaustrecke zum Frankfurter Bogen beschlossen. 50 Millionen Euro - so viel hat die Investition verschlungen -ist auch für eine relativ wohlhabende Stadt wie Frankfurt kein Pappenstiel. Doch wie bei solchen Verkehrsprojekten üblich, haben Land und Bund ihren Beitrag geleistet, in diesem Fall einen zweistelligen Millionenbetrag.

          Zweieinhalb Jahre lang ist an der neuen Linie gearbeitet worden

          Zur Feier des Tages konnte die Bevölkerung gestern unentgeltlich auf der neuen Strecke fahren. Die Menschen nützten diese Gelegenheit reichlich. Als die Bahn mit Petra Roth am Steuer Punkt 12 Uhr an der Endhaltestelle in Preungesheim eintraf und das Stadtoberhaupt gemeinsam mit Stadtrat Majer, dem Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), Michael Budig, sowie Traffiq-Chef Hans-Jörg von Berlepsch das obligatorische Band durchschnitt, war der Gravensteiner Platz wohlgefüllt. Mit den Worten „das schafft nicht jede Stadt“ lobte der Darmstädter Regierungspräsident Johannes Baron (FDP) den Bau und die Finanzierung der 3,5 Kilometer langen Neubaustrecke. Die amtliche Betriebserlaubnis, die er mitgebracht hatte, beläuft sich auf 30 Jahre.

          Zweieinhalb Jahre lang ist an der neuen Linie gearbeitet worden. Die Verlegung der Gleise und das Spannen der Oberleitungen zählten zum eher leichteren Teil des Projekts. Schwierig und langwierig war die Verlegung von Leitungen für Strom, Gas und Telekommunikation sowie von Wasserkanälen unter der Erde. Zumal die VGF als Bauherr dafür die Friedberger Landstraße nicht sperren durfte. Unter der Kreuzung der Friedberger Landstraße mit dem Alleenring musste sogar in bergmännischer Weise unterirdisch gearbeitet werden. Die von Staus und Baulärm belästigten Anwohner haben dafür nun eine neue Infrastruktur bekommen.

          Bessere Verbindung in die Innenstadt am Wochenende

          Profitieren von der neuen Linie werden auch jene Frankfurter, die in den Siedlungen New Atterberry und New Betts an der Friedberger Warte wohnen. Mit rund 13000 Fahrgästen am Tag rechnet die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Ihr Geschäftsführer Berlepsch gab gestern das hohe Ziel aus, mehr als 3000 Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen zu wollen.

          In knapp 20 Minuten erreichen die Fahrgäste vom Gravensteiner Platz aus nun die Zeil. An Samstagen fährt die Linie 18 über die südliche Endstation Lokalbahnhof hinaus bis zur Stadtgrenze von Offenbach: So soll vor allem den Oberrädern ermöglicht werden, zum Einkaufen in die Innenstadt zu fahren. Die acht neuen Haltestellen der Linie 18 - Nibelungenplatz, Münzenberger Straße, Wasserpark, Friedberger Warte, Bodenweg, Walter-Kolb-Siedlung, Alkmenestraße und Gravensteiner Platz - sind allesamt barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet. Auf der Strecke entlang der Friedberger Landstraße fahren nördlich des Alleenrings auch Busse auf der Tram-Trasse.

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