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Netflix-Serie „Skyliners“ : „Bankenmetropole, Junkies, Crack und Kohle“

Die neue Serie auf Netflix will Frankfurt von seiner Schattenseite zeigen. Bild: Christian Luedecke/Netflix

Frankfurt soll als Hiphop- und Drama-Metropole in der neuen Serie von Netflix groß rauskommen. Für „Skylines“ hat der Digitalfernsehgigant einige bekannte Szenegrößen engagiert.

          „Keine Stadt kann so gut Großstadt erzählen wie Frankfurt.“ Es ist anderthalb Jahre her, dass Moritz Bleibtreu das behauptet hat. Damals kam „Nur Gott kann mich richten“ unter großer Anteilnahme goldkettchentragender Jogginghosenträger in die Kinos, Özgür Yildirims Genrefilm um Clans, das Bahnhofsviertel und eine Riesenmenge Heroin. Und nun das: „Frankfurt ist eine Weltstadt auf kleinstem Raum, in der sich gefühlt alles um Business dreht“, behauptet Dennis Schanz. „Dabei treffen die verschiedenen Welten so hart aufeinander wie nirgendwo sonst in Deutschland. Reich und arm, Bürgertum und Kriminalität, Metropole und Provinz. Frankfurt ist eine Stadt der Gegensätze, die perfekte Bühne für menschliche Dramen um Geld, Macht, Liebe und Musik.“

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Woher der Mann das weiß? Er kommt aus Berlin. Und Schanz ist der Showrunner und Head-Autor von „Skylines“, also derjenige, der die Drehbücher der Serie konzipiert und ihren Produktionsablauf verantwortet. Mit „Skylines“ hat der Digitalfernsehgigant Netflix eine weitere deutsche Serie auf den Weg gebracht.

          Clans, Dealer und Immobilienhaie

          Vom 27. September an können 148 Millionen Netflix-Nutzer auf der ganzen Welt die erste Staffel des „Drama-Crime“ aus Frankfurt sehen – gesetzt den Fall, sie interessieren sich für eine der vier aktuellen deutschen Produktionen im Netflix-Angebot. Und für sechsmal 50 Minuten Hiphop, Immobilien und Drogen, in genau dieser Kombination. Denn darum geht es in „Skylines“, der Geschichte des jungen Frankfurter Hiphop-Produzenten Johannes, der sich, was nicht alle Typen um ihn herum gut finden, Jinn nennt, was an „Dschinn“ erinnert, im arabisch-islamische Kulturraum ein Geisterwesen nicht immer freundlicher Art.

          Er bekommt es auch mit allerhand Unwesen zu tun, mit Clans, mit Dealern, mit Schlägern und Immobilienhaien. Das alles, wie der Name sagt, vor der Skyline Frankfurt und mit vielen hiesigen und deutschsprachigen Rappern: Azzi Memo, Nimo, Booz und auch der Darmstädter Rapper Olexesh spielen Rollen, dazu treten Azad, Nura, Miss Platnum, Celo & Abdi und MC Bogy als sie selbst auf. Beim Wireless-Festival auf dem Rebstockgelände ist am vergangenen Wochenende ein erster Trailer von „Skylines“ gelaufen, um dem dort versammelten Rap-Publikum Appetit zu machen – mit Erfolg, wie es heißt.

          Brother in Crime

          Hauptdarsteller Edin Hasanovic kennt Frankfurt schon ganz gut – schließlich hat er in „Nur Gott kann mich richten“ Bleibtreus kleinen Bruder gespielt. Frankfurt aber, sagt Schanz, sei die eigentliche Hauptfigur der Serie. Tja, die Stadt hat eben ihr Image weg, dank „Bad Banks“, „Dead Man Working“ und jetzt „Skylines“.

          „Bankenmetropole, Junkies, Crack und Kohle“ rappt der Trailer – eine Kombination, die jeder Münchner Taxifahrer kennt, der Fahrgäste aus der hessischen Klein-Großstadt gern mal barsch darauf hinweist, dass es „solchene Zuständ“ wie im Frankfurter Bahnhofsviertel noch nie nicht gegeben habe in der weißblauen Metropole. Was so übrigens schon lang nicht mehr stimmt. Und was früher peinlich gewesen wäre, ist heute, sorry München, sexy. Frankfurt kommt als Brother in Crime wieder ganz groß raus.

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