https://www.faz.net/-gzg-7og6u

Neue Messungen unauffällig : „Flugzeuge verschmutzen nicht die Luft“

Auch wenn Anlieger es anders sehen: Der Flugverkehr verschmutzt laut amtlicher Messungen nicht die Bodenluft, auch nicht in Flörsheim Bild: dpa

Der Flugverkehr verschmutze nicht die Bodenluft in der Nähe des Flughafens - auch nicht in dem von viel Fluglärm geplagten Flörsheim. Dies folgt aus neuen Messerungen an Ort und Stelle.

          1 Min.

          Der Flugverkehr verschmutzt nicht die Bodenluft in der Nähe des Flughafens. Das zumindest hat eine Messung des hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie ergeben. Gemessen wurde seit Juli des vergangenen Jahres in Flörsheim, wie der Wissenschaftler Stefan Jacobi berichtete. Die dabei gewonnenen Werte erlaubten einen Vergleich mit anderen Messstellen im Rhein-Main-Gebiet, etwa in Frankfurt, Wiesbaden oder Hanau. Flörsheim liegt in der Einflugschneise des Flughafens. Die landenden Maschinen überfliegen den Ort in einer Höhe von nur wenigen hundert Metern, allerdings nur bei Wind aus Osten. Das ist im Durchschnitt an einem von vier Tagen der Fall.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jacobi berichtete, im Vergleich zu den anderen Städten der Region sei die Konzentration von Luftschadstoffen in Flörsheim gleich oder niedriger. Das gelte für Feinstaub ebenso wie für Stickoxide und Ruß. Dieser Schluss ergebe sich bei verschiedenen Durchschnittswerten, beim Tagesmittelwert ebenso wie bei Mittelwerten, die für einzelne halbe Stunden errechnet worden seien. Die Daten seien allerdings nur als Zwischenergebnis zu verstehen. Die Messung in Flörsheim dauere insgesamt ein Jahr, also noch bis Juli. Erst dann sei eine endgültige Auswertung der Daten möglich.

          Messwerte schwanken täglich

          Die Messstation im Ort sei im Christian-Georg-Schütz-Park aufgestellt worden. Es sei mit Bedacht dieser Standort gewählt worden, denn er liege nicht an einer Straße, so werde die Messung nicht durch die Schadstoffe des Autoverkehrs beeinflusst. Damit erhalte man Werte, wie sie in den Wohngebieten der Stadt zu vermuten seien.

          Die Messwerte schwankten von Tag zu Tag oder von Stunde zu Stunde. Bei diesen Veränderungen gebe es keine Unterschiede zwischen Flörsheim und den anderen Stationen, etwa in Frankfurt an der Friedberger Landstraße oder in Höchst. Jacobi verglich auch Daten von Tagen mit Ost- und von Tagen mit Westwind. Dabei lasse sich kein Unterschied erkennen, egal, ob Flörsheim von landenden Flugzeugen überflogen werde oder nicht.

          „Entwarnung“ gegeben

          Auch der Vergleich mit Messwerten aus Kassel, das weit vom Flughafen entfernt sei, lasse den Schluss zu, dass der Flugverkehr die Luftqualität nicht beeinflusse. Denn in Flörsheim und in Kassel bewegten sich die Konzentrationen von Schadstoffen in fast gleicher Weise nach oben oder unten.

          Deshalb könne „Entwarnung“ gegeben werden, was die Angst vor einer Luftverschmutzung durch Flugzeuge angehe. Die mit Abstand höchsten Werte für Feinstaub seien in der Silvesternacht festgestellt worden. Das zeige, dass das Feuerwerk mehr Feinstaub erzeuge als andere Quellen wie Straßenverkehr oder Heizungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bram Schot

          F.A.Z. Exklusiv : So spart Audi gegen die Krise

          Rund 15 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren eingespart werden. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm wird es wohl besonders hart treffen. Audi-Chef Schot sagt, er habe aber klare Vorstellungen, wie die Beschäftigung gesichert werden kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.