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Neue Gebühren für Frankfurt : Spürbar im Geldbeutel

Alles wird teurer: doch die Müllgebühren nicht. Bild: Jana Mai

Zum 1. Januar ändern sich Gebühren, Steuern und Preise. Nicht alles wird teurer. Für die Müllabfuhr ist weniger zu zahlen, mancher spart auch beim Abwasser.

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          Je Haushalt 20 Euro mehr in der Tasche

          Alles wird teurer: Das stimmt, nur nicht für die Müllgebühren in Frankfurt. Innerhalb von drei Jahren werden sie zum 1. Januar 2019 ein zweites Mal gesenkt: Dieses Mal verringern sie sich um etwa 5,5 Prozent. Das bedeutet, dass jeder Frankfurter Haushalt bis zu 20 Euro sparen kann. Vor drei Jahren hatte die Stadt die Gebühren bereits um zwölf Prozent gesenkt. Begründet wird diese Entwicklung mit der wachsenden Einwohnerzahl der Stadt. Dadurch stiegen die Einnahmen durch die Müllgebühren, während die Kosten nahezu gleich blieben. Zudem hat die Rhein-Main-Abfall GmbH, die auch für Frankfurt die Verbrennung des Mülls organisiert, zum 1. Januar ihre Entgelte gesenkt. Diese Kostenersparnisse reicht die Stadt nun an ihre Bürger weiter.

          Vier Prozent mehr für Licht, sieben Prozent mehr für Heizung

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Kunden der Mainova sollten sich ihre nächste Rechnung genau anschauen. Der Energieversorger erhöht die Preise zum Jahresbeginn auf breiter Front. Im Grundversorgungstarif „Classic“ zum Beispiel steigt der Arbeitspreis von 30,59 Cent je Kilowattstunde auf 31,87 Cent, was bei einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden im Jahr Mehrkosten von 32 Euro bedeutet, das sind knapp vier Prozent. Wer Geld sparen will, sollte sich entweder bei der Mainova erkundigen, ob er in einen günstigeren Tarif wechseln kann, oder sich im Internet umschauen, was die Konkurrenz verlangt. Faustregel: Günstiger als der Grundversorgungstarif geht es immer, wer „Classic“ auf seiner Rechnung stehen hat, verschenkt bares Geld. Auch beim Erdgas lohnt sich die kleine Mühe, die Preise zu vergleichen. Hier verlangt die Mainova von Jahresbeginn an im Grundversorgungstarif sieben Prozent mehr, wobei dieser Berechnung ein Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zugrunde gelegt wurde. Wiederum kann man einerseits schauen, ob die Mainova nicht das gleiche Erdgas nach einem anderen Tarif günstiger liefert oder zu einem anderen Anbieter wechseln.

          Regen kostet künftig Geld

          Am 1. Januar sind auch in Frankfurt die Zeiten vorbei, in denen sich die Gebühren fürs Abwasser, also für Nutzung von Kanälen und Kläranlagen, danach berechneten, wie viel Frischwasser ein Haushalt verbraucht. Künftig wird nach Schmutzwasser und Niederschlagswasser unterschieden. Denn nicht nur das Wasser der Waschmaschinen und Toiletten füllt die Kanäle, sondern auch Regenwasser, das über Dächer, bebaute oder gepflasterte Grundstücke fast vollständig in die Kanalisation fließt. Teurer wird es für Kirchen und Märkte mit großen Parkplätzen, preiswerter für Mehrpersonenhaushalte mit kleinem oder begrüntem Grundstück.

          Stadt will mehr Erstwohnsitze

          Die rund 31.000 der insgesamt 745.000 Frankfurter, die in der Mainmetropole eine Zweitwohnung angemeldet haben, werden vom 1. Januar zur Kasse gebeten. Als letzte der größeren Städte in Hessen führt nun auch Frankfurt eine Steuer auf Zweitwohnungen ein. Sie wird zehn Prozent der Nettokaltmiete betragen. Die Stadt will mit der Einführung der Steuer vor allem erreichen, dass Menschen mit Lebensmittelpunkt in Frankfurt dort auch ihren Erstwohnsitz anmelden. Die dann größere Zahl an Einwohnern mit Erstwohnsitz könnte Verbesserungen etwa beim kommunalen Finanzausgleich bringen, hofft die Kommune.

          Strom und Gas: Beim Anbieter Mainova steigen die Preise. Bilderstrecke

          Zehn Euro mehr für Eintritt in 34 Museen

          Der Name „Museumsufercard“ ist irritierend. Denn die Karte ermöglicht nicht nur den freien Eintritt in die Häuser am Museumsufer, sondern in insgesamt 34 Kunst- und Kultureinrichtungen in Frankfurt, vom Goethehaus bis zum neu eröffneten Historischen Museum. Auch der Eintritt in das MMK mit seinen drei Dependancen ist darin enthalten. Im Jahr 2000 eingeführt, ist die Museumsufercard längst zu einem Erfolgsprojekt geworden: Mehr als 25.000 Karten werden jährlich verkauft. Doch nach Ansicht von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) war es nach sechs Jahren an der Zeit, den Preis der Einzelkarte von 85 auf 95 Euro zu erhöhen. Die Familienkarte wird zum 1. Januar 15 Euro teurer und kostet dann 165 Euro. Die gute Nachricht: Wer sich noch in diesem Jahr für 2019 eine Museumsufercard kauft, zahlt den alten Preis.

          Zoo-Ticket wird 20 Prozent teurer

          Wer im nächsten Jahr einen Sumatra-Orang-Utan, die Brillenbären oder das junge Fossa-Männchen sehen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Vom 1. Januar an wird ein Zoobesuch deutlich teurer. Erwachsene zahlen für die Tageskarte dann zwölf statt bisher zehn, Kinder und Jugendliche von sechs bis 17 Jahren sechs statt bisher fünf Euro. Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu vier Kindern müssen künftig mit 29 Euro vier Euro mehr als bisher ausgeben. Der Zoo begründet die neuen Eintrittspreise mit höheren Kosten für Futter, Energie und Löhne. Die Preise für die Jahreskarten bleiben allerdings unverändert.

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