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Neue Corona-Variante : Weiterhin Flüge aus Südafrika

  • Aktualisiert am

Im Anflug: Ein Flugzeug landet am Frankfurter Flughafen. Bild: dpa

Die Furcht vor der neuen Corona-Variante ist groß. Aber die Flugverbindungen von und nach Frankfurt sind noch nicht gekappt. Derweil werden in Hessen Impfstoffe knapp.

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          Die Lufthansa fliegt trotz der neuen Variante des Coronavirus vorerst weiterhin von Frankfurt nach Südafrika und zurück. So kommen am Samstag und Sonntag jeweils um 5.30 Uhr zwei Maschinen aus Johannesburg in Frankfurt an. Am Sonntag um 5.25 Uhr landet zudem ein Lufthansa-Flugzeug aus Kapstadt. „Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitagmorgen auf Anfrage. Man beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln. Am Freitagabend bestätigte ein Sprecher diese Aussage. Ein Flugverbot liege nicht vor. „Wir lassen den Flugplan in Kraft, um Deutsche nach Hause zu holen und Fracht zu transportieren.“

          Von Samstag an müssen sich allerdings Urlaubs- und andere Reiserückkehrer aus Südafrika umgehend in eine vierzehntägige Quarantäne begeben. Sie können nicht etwa am Montag an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sondern haben sich vielmehr umgehend beim Gesundheitsamt zu melden, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag mitteile. Das ist eine Folge der Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums, Südafrika zum Virusvariantengebiet zu erklären, nachdem dort eine möglicherweise besonders ansteckende Variante des Coronavirus aufgetaucht ist. In diesem Fall schützen mithin auch Impf- und Genesenen-Nachweise nicht vor der Quarantäne. Eine weitere Folge der Klassifizierung Südafrikas als Virusvariantengebiet ist, dass Südafrikaner, die einen Aufenthalt in Deutschland geplant haben, den Flug gar nicht antreten dürfen. Es obliegt laut Bundespolizei in allen Fällen den Fluggesellschaften, vor Flugantritt zu kontrollieren, ob Reisende die nötigen Voraussetzungen für die Einreise in Deutschland erfüllen.

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          Omikron-Variante könnte Impfschutz beeinträchtigen

          Alles in allem fliegt die Lufthansa derzeit zwölfmal in der Woche von Frankfurt aus nach Südafrika – siebenmal nach Johannesburg und fünfmal nach Kapstadt. Die Südafrika-Flüge der Frachttochter Lufthansa Cargo aus Frankfurt heraus werden den Angaben zufolge ebenfalls fortgesetzt. Der in Neu-Isenburg ansässige Ferienflieger Condor hingegen steuert laut einer Sprecherin seit Beginn der Corona-Pandemie Südafrika nicht mehr an.

          Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Frankfurter Uniklinikum, hält es für möglich, dass die neue Virusvariante den Impfschutz und die Wirksamkeit von Antikörpertherapien gegen Covid-19 beeinträchtigt. Die sogenannte Omikron-Variante sei schon bei Reiserückkehrern aus Israel und Hongkong gefunden worden, von denen einige wohl vollständig geimpft seien und zum Zeitpunkt der Diagnose hohe Viruslasten aufgewiesen hätten. In der Variante fänden sich Mutationen, die mit einer gesteigerten Übertragbarkeit in Verbindung gebracht würden. Außerdem weise ihr Erbgut Merkmale auf, von denen bekannt sei, dass sie die Effektivität von Impfstoffen leicht verringern könnten.

          Das müsse nicht heißen, dass die gängigen Vakzine bei dieser Mutante gar nicht mehr wirkten, erläuterte die Professorin weiter. Es sei aber zu erwarten, dass Omikron mehr Auswirkungen auf neutralisierende Antikörper haben werde als die bisher bekannten, als besorgniserregend eingestuften SARS-CoV-2-Varianten. Auch sei es möglich, dass die Wirkung von monoklonalen Antikörpern eingeschränkt werde, die zur Corona-Therapie verwendet würden. Wichtig sei nun, die Eigenschaften von Omikron im Labor rasch genauer zu untersuchen. Erkennen lasse sich die Mutante mit den bereits eingesetzten PCR-Tests; an einem spezifischen Nachweisverfahren werde gerade gearbeitet.

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