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Neubauvorhaben in Frankfurt : Sorgenkinder der Stadtplanung verschwinden

Zuwachs: So soll das Holiday Inn am Mitterrand-Platz im Bankenviertel einmal aussehen Bild: UBM

Lange leerstehende Gebäude werden in Frankfurt neu entwickelt. Darunter sind ein großes Hotel am Mitterrand-Platz und Altstadthäuser. Ein Ausblick auf das Baugeschehen 2014.

          Die Mainzer Landstraße zwischen Taunusanlage und Platz der Republik ist eine Schlagader des Frankfurter Bankenviertels, auf der nördlichen Seite folgen fünf Hochhäuser aufeinander. Die südliche Seite der prominenten Adresse ist in die Jahre gekommen, aber: 2014 wird etwas geschehen, und nicht nur dort.

          Bürogebäude

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gleich drei, vielleicht auch vier große Projekte werden die Mainzer Landstraße in diesem Jahr zur Dauerbaustelle machen. Zwei Baustellen sind schon eingerichtet. Ein Holiday Inn Hotel am Mitterrand-Platz ist im Bau und soll im ersten Quartal 2015 fertig sein. Wenige Schritte entfernt hat Max Baum die Baugrube für sein Projekt „Fortyseven & Co“ schon ausgehoben; das zu 20 Prozent an die GLS-Bank vermietete Bürohaus soll Anfang 2015 fertig sein. Ein paar Meter weiter in Richtung Opernplatz, an der Ecke von Mainzer Landstraße und Weserstraße, wirft das neue Händlerzentrum der Deutschen Bank seine Schatten voraus. Ein Bestandsgebäude wird bis Ende 2016 um einen Neubau erweitert, noch in diesem Jahr beginnt Eigentümer Tishman Speyer mit den Arbeiten. Schräg gegenüber plant Groß & Partner das Projekt „Vista“, der Baubeginn steht noch nicht fest.

          Aufbau: Hier entsteht das neue Historische Museum in Frankfurt - der Grundstein wurde im Dezember gelegt

          Auch ums Eck setzt sich die Dynamik fort. An der Taunusanlage hat die Credit Suisse mit dem Bau ihres 70-Meter-Turms begonnen. Das Projekt ist im Zeitplan: Das Bestandsgebäude ist abgerissen, im Dezember wurde mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2015 geplant, dann können die Mieter, darunter die Wirtschaftskanzlei Linklaters, einziehen. Frühestens 2015 will Hochtief an die Entwicklung der Marieninsel gehen. Für den geplanten 150-Meter-Turm mit der Adresse Taunusanlage 9/10 fehlen noch Mieter, auch muss der Bebauungsplan noch geändert werden. Gegenüber, am anderen Ende der Taunusanlage, ist der Taunusturm schon fertig. Auch der kleine Bruder des Bürohochhauses, der Wohnturm, kann bald bezogen werden. Im Mai ziehen die ersten Mieter laut Tishman Speyer ein.

          „Projekt Beirut“ lautet der Spottname für die Büroruine „Turmcenter“ an der Eschersheimer Landstraße. Nicht mehr lange: Im dritten Quartal will der Bauherr mit dem Umbau beginnen, Ende 2015 soll er fertig sein. Und auch ein weiteres Sorgenkind der Stadtentwicklung macht Fortschritte. Die OFB will im Herbst mit der Entwicklung auf dem Gelände des früheren Bundesrechnungshofs beginnen, außer einem Hotel und der Sanierung eines Bürotrakts sind Wohnungen geplant.

          Hoher Glas-Anteil: das Büro- und Geschäftshaus „Maró“.

          Der neue Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend ist bald fertig, die letzten Fenster werden gerade eingebaut. Ende des Jahres sollen die Mitarbeiter einziehen. Auch das Maintor-Projekt der DIC schreitet voran: Bis auf das Hochhaus „Winx“ sind alle Teilvorhaben im Bau. Das Hochhaus „Primus“ wird im Frühjahr fertig, „Porta“ im Sommer. Auf dem Campus Bockenheim hofft der Projektentwickler Lang & Cie., bald mit dem Bau seines Bürohauses beginnen zu können. Im Europaviertel baut er gemeinsam mit Groß & Partner vom Sommer an den neuen Sitz der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Der neue Sitz der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt im Bahnhofsviertel wird Ende des Jahres fertig.

          Wohnen

          Im Frühjahr will die Dom-Römer GmbH mit dem Bau der Altstadthäuser beginnen, nachdem das Stadthaus langsam Gestalt annimmt. Komplett fertig wird die Altstadt erst im Jahr 2017. Mit zwei größeren Wohnprojekten der ABG nimmt auch der Wandel der Bürostadt Niederrad Fahrt auf. Eines davon baut Max Baum, inklusive Edeka-, dm- und Aldi-Markt. Auf dem Sudfass-Areal im Ostend soll im Sommer der Bau der Wohnhäuser beginnen. Die Branche unternimmt einen neuen Versuch, gehobenes Wohnen in Hochhäusern zu etablieren. Der alte Henninger Turm ist abgebrochen, im April wird die Bodenplatte für den neuen Wohnturm gegossen. Auch im Europaviertel drehen sich weiterhin viele Kräne, unter anderem über dem Wohnturm „Axis“. Im Westend nimmt die Umnutzung eines Büroturms Gestalt an, das Projekt „Onyx“ soll im Frühjahr 2015 fertig sein.

          Einzelhandel und Hotels

          In der Nähe der Alten Oper will Groß & Partner im ersten Quartal mit dem Bau des Büro- und Geschäftshauses „Maró“ beginnen. Die Gertler-Gruppe baut direkt an der Hauptwache ein Geschäftshaus an Stelle des alten Hako-Hauses. Die ersten Geschäfte öffnen im Frühsommer. In der nördlichen Innenstadt ist das Turmcarrée schon aus der Grube gewachsen, im Januar ist Richtfest.

          „Projekt Beirut“: So lautet der Spottname für die Büroruine „Turmcenter“ an der Eschersheimer Landstraße - aber nicht mehr lange

          Das große Sofitel-Luxushotel entsteht am Opernplatz. Zum Stand des Rennbahn-Hotels gibt sich Huarong wortkarg. Nur so viel: Ende 2014 soll es fertig sein. Zwei Hotels kommen auch in Gateway Gardens hinzu: „Element“ soll im Herbst eröffnet werden, „Moxy“ 2015.

          Kultur- und Hochschulbauten

          In Nähe des Römers entsteht in diesem Jahr der Rohbau des Historischen Museums. Die Frankfurt School of Finance will im Herbst mit ihrem Neubau an der Adickesallee beginnen.

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