https://www.faz.net/-gzg-a1cvo

Neubau des Jüdischen Museums : Lichter Blick in die Geschichte

  • -Aktualisiert am

Ruhe: Auf dem Platz vor dem Neubau ragt die Skulptur von Ariel Schlesinger in die Luft und verbindet Erdung und Entwurzelung. Bild: Helmut Fricke

Große Fenster, Sichtbeton und Eschenholz – der Neubau des Jüdischen Museums in Frankfurt ist fast fertig und sieht phantastisch aus. Am 21. Oktober wird das Haus seine Türen öffnen.

          4 Min.

          Die künftige Hausherrin ist selbst ganz verzaubert. Mirjam Wenzel, Leiterin des Jüdischen Museums in Frankfurt, strahlt, wenn sie den Neubau ihres Museums zeigt. Noch sind Bauarbeiter damit beschäftigt, Grünanlagen vor dem Rothschild-Palais anzulegen, und mancherorts werden noch Kabel angeschlossen. Doch das Projekt ist fast fertig, und es kann sich sehen lassen. Der Vorplatz öffnet sich zur Stadt und ist doch ruhig, die Skulptur zweier Bäume von Ariel Schlesinger beherrscht den Ort. Wenzel sagt: „Sie hat etwas Poetisches, aber zwingt keine Bedeutung auf.“ Das mag sie auch am Rest des Neubaus: das lichte Foyer, die großzügige Ausstellungsfläche im Keller – „Ich bin sehr glücklich mit dem Gebäude“. Denn es zeichne sich nicht nur durch seine Liebe zum Detail aus, sondern komme auch ohne aufdringliche Symbolik aus.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wer den weißen Kubus gegenüber der Oper betritt, ist überrascht. Von außen wirkt er eher monolithisch, doch im Inneren gruppieren sich Foyer, Treppenhäuser und Säle um einen hohen Lichthof. „Offen und geschützt zugleich“, sagt Wenzel. Mehrere Fenster geben den Blick auf die Grünanlage vor der Oper und die Bebauung an der Untermainanlage frei. Die Wände sind aus hellem Beton, dem zentralen Element des Entwurfs von Staab Architekten. Sie wirken freundlich und vermitteln Ruhe. Dort, wo Gäste länger verweilen, wurde glattes Eschenholz verbaut. Zum Beispiel an den Garderoben und Schließfächern, die anstelle von Nummern mit Namen von jüdischen Bürgern der Stadt gekennzeichnet sind. Auf der Innenseite der Schränkchen findet sich eine kurze Biographie, so könnten die Besucher noch mehr über einzelne Menschen erfahren, sagt Wenzel.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Neuer Mercedes SL : Renner, Roadster, Rentner

          Mit der achten Generation des SL kehrt Mercedes zum Stoffdach zurück und ersetzt den Doppelnamen Mercedes-Benz durch Mercedes-AMG. Die Tochter in Affalterbach baut auch den Wagen. Ein Plug-in-Hybrid ist in Vorbereitung.
          Machtdemonstration: Ein Konvoi russischer gepanzerter Fahrzeuge fährt auf einer Autobahn auf der Krim. .

          Russischer Aufmarsch : Die Ukraine ist von drei Seiten umstellt

          Westliche Dienste sehen mit Unruhe, wie Moskau immer mehr Truppen an die Grenze zur Ukraine verlegt – auch über Belarus und das Schwarze Meer. Mit ihren Waffen sind die Russen schon jetzt überlegen.