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Frankfurts Nestlé : Aus der Töngesgasse in die Welt

Erstes Produkt: „Nestlé’s Kindermehl“ Bild: Nestlé Historisches Archiv, Vevey

Das Lebensmittelunternehmen Nestlé sucht nach einem neuen Standort. Die persönliche Beziehung des Gründers zu Frankfurt sollte das Unternehmen in der Stadt halten.

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          Nein, seinen Nachwuchs konnte man sich mit „Nestle’s Kindermehl“ nicht backen. Beim ersten Produkt des späteren Weltkonzerns Nestlé handelte es sich um ein Pulver aus Milch und Zwieback, das als Ersatz für die Muttermilch gedacht war. Der Unternehmensgründer Heinrich Nestle rührte 1868 das leicht verdauliche Mittel an. Sein Handwerk hat der Tüftler und Unternehmer in Frankfurt gelernt. Hier wurde er 1814 an der Töngesgasse geboren. Und hier absolvierte er auch seine Apothekerlehre, bevor er wohl 1834 auf Wanderschaft ging und sich schließlich in der Schweiz niederließ.

          Es war der Beginn einer Weltkarriere. Heute ist Nestlé einer der größten Lebensmittelkonzerne. Wenn das Unternehmen nun für seine Deutschland-Zentrale einen neuen Sitz sucht, möge es sich daran erinnern, wie alles anfing. Es wäre nicht nur schön, sondern auch angemessen, wenn sich Nestlé seiner Wurzeln erinnert und nicht ausgerechnet jene kappt, die nach Frankfurt reichen, die Heimatstadt seines berühmten Gründers. Nestlé gehört zu Frankfurt. Bisher ist der Konzern hier mit seiner Deutschland-Zentrale präsent.

          Dass das 1970 errichtete Gebäude nun aufgegeben wird, verwundert etwas, denn Nestlé hatte in den Standort erst vor wenigen Jahren noch kräftig investiert. Aber der Zeitpunkt erscheint günstig, sich von dem Areal zu trennen und vom Eigentümer zum Mieter zu werden. Die Grundstückspreise sind in Frankfurt stark gestiegen. Und in Niederrad tummeln sich inzwischen auch Entwickler von Wohngebäuden, die hohe Kaufpreise zahlen. Die Bürostadt wandelt sich immer mehr zu einem durchmischten Quartier.

          Wie viele Büroflächen dort künftig noch gebraucht werden, ist schwer zu prognostizieren. Der Trend zum Homeoffice wirbelt den Immobilienmarkt gehörig durcheinander. Möglicherweise findet aber auch diese Bewegung nach Corona ein Ende. Denn all die Telefon- und Videokonferenzen können persönliche Begegnungen nicht ersetzen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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