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Invasive Arten : Kampf dem Drüsigen Springkraut

  • -Aktualisiert am

Aparter Eroberer: Das Drüsige Springkraut verdrängt heimische Pflanzen. Bild: Imago

Der Naturschutzbund Wiesbaden sorgt sich um starke Ausbreitung invasiver, also gebietsfremder, Arten. Er fordert ein „rasches Eingreifen“ der Stadt.

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          Nach Ansicht des NABU sind invasive Tier- und Pflanzenarten, sogenannte Neophyten, eine der Hauptursachen von Artenschwund und Biotopverlusten in Natur und Landschaft. Ihre Verbreitung bedeute eine rasch wachsende Bedrohung für die landschaftlich und ökologisch besonders wertvollen Naturschutzgebiete und Bachtäler.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Vor allem in den Naturräumen des nördlichen und östlichen Stadtgebiets sei beispielsweise die Verbreitung das „Drüsigen Springkrauts“ und des „Japanischen Staudenknöterichs“ schon weit fortgeschritten. Das Naturschutzgebiet Rabengrund sei akut bedroht, und für den weiträumig von Neophyten beherrschten Goldsteinbach „kommt wohl jede Hilfe zu spät“.

          Besser sei die Lage im Westen Wiesbadens, sagt NABU-Experte Manfred Krautter. Um diese artenreichen Naturräume zu schützen, seien sofortige und wirksame Schutzmaßnahmen erforderlich, fordert Peter Siersleben, der Vorsitzende des NABU Wiesbaden.

          Insgesamt hat der NABU 13 Naturschutzgebiete und Bachtäler in Wiesbaden untersucht und eine Karte zur Ausbreitung von Neophyten und den Grad der Gefährdung für die heimische Natur erstellt. In vier dieser 13 Naturräume hätten gebietsfremde Pflanzen die heimische Flora schon weiträumig verdrängt.

          Plage: Der Japanische Staudenknöterich bedroht unter anderem das Wiesbadener Naturschutzgebiet Rabengrund.
          Plage: Der Japanische Staudenknöterich bedroht unter anderem das Wiesbadener Naturschutzgebiet Rabengrund. : Bild: GEOFF KIDD/SCIENCE PHOTO LIBRARY / Agentur Focus

          Besserer Schutz für Naturräume und heimische Pflanzen

          In sechs der Schutzgebiete stünden die Chancen, die Neophyten-Invasion aufzuhalten, dagegen noch gut. Voraussetzung seien ein wirksames Monitoring und die unmittelbare Bekämpfung erster Ansiedlungen der Neophyten. Der NABU selbst hat in diesem Jahr Schutzprojekte am Lippbach und im Weilburger Tal initiiert und beim Umweltamt beantragt, diese fortführen zu dürfen.

          „Die meisten Neophyten sind leicht zu erkennen und im Frühstadium mit einfachen Mitteln gut zu bekämpfen“, sagt Krautter. Dazu gebe es auch Empfehlungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Zudem organisiert der NABU Informations- und Aktionstage und ermuntert die Bürger, bei der Entdeckung invasiver Pflanzen ein Smartphone-Foto mit Geodaten zu erstellen und dies dem NABU zu senden.

          Das Landesamt appelliert auf seiner Internetseite an die Bürger: Je mehr Beobachtungen gemacht würden, desto besser könnten die Experten abschätzen, ob und wie weit sich eine invasive Art ausgebreitet hat: „Jeder kann Teil unseres Frühwarn- und Meldesystems werden.“

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