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Nein zum Koalitionsvertrag : Katerstimmung bei der Frankfurter FDP

Frankfurts FDP-Chef Thorsten Lieb hat einige Fragen aufzuarbeiten. Bild: Frank Röth

Am Tag nach dem überraschenden Votum der Frankfurter Liberalen, den Koalitionsvertrag abzulehnen, herrscht bei allen Beteiligten Ratlosigkeit. Auch bei der FDP. Niemand weiß, wie es weitergehen soll.

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          Am Morgen nach der Abstimmung herrscht Katerstimmung bei der Frankfurter FDP. Annette Rinn, die Fraktionsvorsitzende im Römer, greift nach dem Telefon, sie kann noch nicht recht sagen, wohin die Reise für die Liberalen geht. Koalition ja, Koalition nein? Die Mitglieder der Partei haben am Abend zuvor die Reißleine gezogen, indem sie mit knapper Mehrheit für einen Antrag der Jungen Liberalen stimmten. „Die Frankfurter FDP hält das bisherige Verhandlungsergebnis noch nicht für entscheidungsreif“, heißt es darin. 80 von 167 Mitgliedern votierten für diesen Antrag, 78 dagegen. Ungewöhnlich viele, neun, enthielten sich der Stimme. Der Antrag war somit angenommen, die frischgebackene Koalition – vorerst – am Ende.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Ergebnis, das die Parteiführung kalt erwischte, stand als Schlusspunkt einer Debatte, die schier kein Ende zu nehmen schien. Um 21.46 Uhr, knapp drei Stunden nach Beginn, fanden sich noch immer 23 Redner auf der Liste, der Saalbau in Zeilsheim war aber nur bis 23.30 Uhr gemietet. Um 19 Uhr hatte der Parteivorsitzende Thorsten Lieb den argumentativen Aufschlag gemacht, der Stunden später als unaufhaltbarer Return zurückkam, obwohl er doch, wenn nicht als As, so doch als präzise und offensive Spieleröffnung gedacht war.

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