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Neues Wohnquartier : In Idstein lieber wohnen als wirtschaften

1500 Neubürger: Im Nassau-Viertel sind in den vergangenen Jahren vor allem Wohnhäuser gebaut worden. Bild: Marcus Kaufhold

Mit dem Nassau-Viertel hat die Stadt über 15 Jahre hinweg ein neues Quartier geschaffen. Aber nicht alles entwickelte sich so wie erhofft.

          Für ein kleines Mittelzentrum wie Idstein war es ein großer Kraftakt: 15 Jahre nach dem symbolischen ersten Spatenstich ist die Entwicklung des Nassau-Viertels zu einem neuen städtebaulichen Quartier weitgehend abgeschlossen. Die Erschließung ist nahezu erledigt, in diesem Sommer werden die letzten Straßen fertiggestellt. Die Mehrzahl der Baugrundstücke ist verkauft. Mieter, Eigentümer und Unternehmen haben ihre Immobilien bezogen. Die Stadtverordneten haben die Aufhebung der Entwicklungssatzung beschlossen. Die war schon 1998 vom Regierungspräsidium genehmigt worden, doch erst nach dem Hessentag 2002 nahm Idstein das Großprojekt in Angriff, das nun mit dem Partner, der Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft DSK, abgerechnet werden kann.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die DSK hat das Treuhandkonto verwaltet, über das die Gesamtinvestitionen in Höhe von 45 Millionen Euro finanziert wurden. Schon die unmittelbare Erschließung schlug mit rund 16,5 Millionen Euro zu Buche. Bei der Vermarktung der Grundstücke erlebte die Stadt Höhen und Tiefen. Unter dem Strich erwartet Bürgermeister Christian Herfurth (CDU), dass ein „Minidefizit“ in fünfstelliger oder niedriger sechsstelliger Höhe bei der Stadt verbleibt.

          Ein beachtlicher Entwicklungssprung

          Dennoch hat die Stadt gewonnen. Sie hat das Stadtgebiet um ein attraktives Quartier mit einer Größe von 27 Hektar erweitert. Gemessen an der Größe der nur 24.000 Einwohner zählenden Stadt ist das ein beachtlicher Entwicklungssprung, zumal sie gleichzeitig mit dem Taunusviertel noch ein zweites Quartier entwickelt hat. Rund 880 Wohnungen wurden im Nassau-Viertel gebaut, auf fast 1500 wird die Zahl der Einwohner geschätzt. Zwei Dutzend Firmen haben in Gewerbe- und Mischgebieten ein neues Domizil gefunden.

          Hinzu kommen ein Pflege- und ein Studentenwohnheim, eine Tankstelle, ein Verbrauchermarkt, ein Ärztehaus, eine Kita und ein Spielplatz und nicht zuletzt das Tournesol-Freizeitbad. Bürgermeister Herfurth spricht von einer Erfolgsgeschichte für die Stadt. Idstein hat damit den Schwung, den ihr der erfolgreiche Hessentag 2002 gegeben hat, in eine zielgerichtete Stadtentwicklung münden lassen.

          Ein wenig zu hoch in den Himmel gewachsen

          Nicht alles allerdings lief so, wie sich die Kommunalpolitiker und Planer das damals gedacht hatten. Der Wunsch nach einem größeren Hotel ließ sich nicht erfüllen, obwohl laut es Herfurth geeignete Standorte und auch bereitwillige Investoren gegeben hätte. Doch ein Betreiber, der sich in Idstein gute Chancen auf einen lukrativen Hotelbetrieb ausgerechnet hätte, fand sich nicht. Architektonisch ist manches gelungen, manches aber auch nicht. Herfurth selbst gibt zu, dass die Gebäude am Luxemburger Platz wohl ein wenig zu hoch in den Himmel gewachsen sind.

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