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Nach Wahl von Laschet : Auch Bouffier ist ein Gewinner

Volker Bouffier (links) und Armin Laschet: Mit der Entscheidung für den nordrhein-westfälischen Regierungschef ist eine schwarz-grüne Koalition auf der nationalen Ebene noch etwas wahrscheinlicher geworden. Bild: dpa

Der hessische Ministerpräsident ging ein hohes Risiko ein, als er vor dem CDU-Parteitag für Armin Laschet warb. Mit dessen Wahlsieg wird Volker Bouffier auf nationaler Ebene weiter gefragt sein – und im eigenen Bundesland gestärkt.

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          Sie habe die an sie gerichteten Erwartungen nicht immer erfüllt, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem digitalen Parteitag der CDU in ihrer Abschiedsrede als Bundesvorsitzende. Dabei dürfte sie auch den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier im Sinn gehabt haben. Der hatte sich geradezu euphorisiert gezeigt, als die Saarländerin ihre Parteifreunde im Sommer 2018 in Offenbach in einer mitreißenden Rede auf den Landtagswahlkampf einstimmte. Kurz zuvor war sie Generalsekretärin geworden.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Als Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem miserablen Abschneiden der CDU bei den hessischen Wahlen im Herbst 2018 die Parteiführung aufgab, war „AKK“ denn auch Bouffiers klare Favoritin. Umso mehr fiel auf, dass nun sein Vorgänger Roland Koch für den Gegenkandidaten Friedrich Merz eintrat. In dieser Rollenverteilung sind die beiden langjährigen Weggefährten jetzt schon zum zweiten Mal aufeinandergetroffen. Doch auf diese zweite Herausforderung reagierte Bouffier mit einer größeren Entschiedenheit als vor zwei Jahren. Er empfahl seinen Favoriten, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, nicht nur in einer vertraulichen Sitzung der hessischen Delegierten, sondern in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bundesvorsitzender auch öffentlich. Damit ging der Ministerpräsident ein beachtliches Risiko ein. Wäre Merz gewählt worden, wäre dies auch ein Erfolg für Koch gewesen. Bouffiers Autorität hätte in dem Konflikt mit seinem Vorgänger Schaden genommen, zumal er schon auf dem Weg zu der Abstimmung Irritationen ausgelöst hatte.

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