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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Nach Hanau und Volkmarsen : Warum immer Hessen?

Gedenken: Kerzen und Plakat in Erinnerung an die Opfer des Anschlags, gesehen am Marktplatz in Hanau Bild: dpa

Sie liegen alle in Hessen: Fünf Städte, in denen in jüngster Zeit der Schrecken Einzug gehalten hat. Eine kritische Selbstreflexion würde zeigen, dass schon allein das Thema Rechtsextremismus in Hessen nicht hinreichend verfolgt worden ist.

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          Kassel, Frankfurt, Wächtersbach, Hanau, Volkmarsen. Fünf Städte, alle in Hessen, in denen der Schrecken Einzug gehalten hat, und das innerhalb kürzester Zeit. Man muss nicht so tun, als falle diese Häufung nicht auf. Als seien das zufällige Einzeltaten, die in anderen Bundesländern ebenso häufig vorkämen, nur nehme man sie dort weniger wahr. Die Anschläge und Gewalttaten, die es in den vergangenen Monaten in Hessen gegeben hat, sind von auffälliger Bösartigkeit, bis hin zu rechtsterroristischen Taten.

          Und auch wenn in Volkmarsen noch immer nicht klar ist, was den Täter dazu getrieben hat, an Rosenmontag während eines Fastnachtumzugs in eine Menschenmenge mit Kindern zu rasen, so kann man doch festhalten, dass der Tod vieler Menschen billigend in Kauf genommen wurde, wenn nicht sogar erklärtes Ziel gewesen ist.

          „Mehrere herausragende und zugleich schreckliche Taten“

          Was also ist los mit diesem Bundesland? Eine Antwort darauf zu finden fällt inzwischen auch den Behörden schwer. Das Innenministerium spricht mittlerweile zumindest davon, dass es in Hessen „mehrere herausragende und zugleich schreckliche Taten“ gegeben habe. Allerdings relativiert das Ministerium diesen Umstand gleich wieder mit den Worten, die Taten seien „nicht spezifisch hessisch“. Natürlich sind sie das nicht – wenn damit gemeint ist, dass es in Hessen mehr Gewalttäter gibt als anderswo. Diese Vermutung wäre absurd. Aber eine kritische Selbstreflexion, die spätestens nach dem Mord an Walter Lübcke und nun auch wieder nach Hanau notwendig wäre, würde zeigen, dass schon allein das Thema Rechtsextremismus in Hessen nicht hinreichend verfolgt worden ist.

          Innehalten: In Gedanken bei den vielen Verletzten von Volkmarsen
          Innehalten: In Gedanken bei den vielen Verletzten von Volkmarsen : Bild: Reuters

          Für Hanau wie auch für Volkmarsen stellt sich überdies die Frage: Wie groß muss der Hass auf andere Menschen sein, um ihren Tod herbeiführen zu wollen? Wie groß muss auch die narzisstische Störung sein, sich derart zu überhöhen, sich über andere zu stellen, über ihr Leben zu richten? In Wahrheit sind solche Täter feige. Schaut man sich ihre Lebensläufe an, sind es meist gescheiterte Existenzen. Mit ihren Taten geben sie einen Hass auf andere weiter, den sie oft sich selbst gegenüber empfinden. Und irgendwann wird sich niemand mehr an ihre Namen erinnern.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.

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