https://www.faz.net/-gzg-7auym

Nach stundenlangem Stromausfall : Bad Nauheim wieder am Netz

  • -Aktualisiert am

Der Wetterauer Landrat Joachim Arnold (links) und Dr. Reinhold Merbs (2. von links), der Leiter des Wetterauer Gesundheitsamts, informieren die Einsatzkräfte in Friedberg-Ockstadt über den neuesten Stand in Bad Nauheim. Bild: Wetteraukreis

Bad Nauheim ist größtenteils wieder am Netz. Seit dem späten Nachmittag werde die Stadt zwar wieder mit Strom versorgt, aber nur zu 90 Prozent, teilten Stadtwerke und Wetteraukeis mit. Am Freitagmittag hatte es einen weitgehenden Stromausfall in der Stadt gegeben.

          3 Min.

          In der Innenstadt von Bad Nauheim und im Stadtteil Nieder-Mörlen war am Freitagmittag der Strom ausgefallen. Auch das Telefonnetz war beeinträchtigt. Nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Berndt Hartmann wird die Stadt seit etwa 16 Uhr wieder mit Strom versorgt. Zunächst sei am Nachmittag die Versorgung der Krankenhäuser sichergestellt worden. Notfallpatienten waren in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Hartmann sagte, dass es an zwei von fünf Hauptleitungen Schäden gegeben habe. Wie es dazu gekommen sei, sei noch unklar.

          Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel (Die Grünen) sagte auf Anfrage von FAZ.NET, gegen 11.10 Uhr hätten die Leuchten in der Kämmerei angefangen zu flimmern. Gegen 11:45 Uhr sei dann der Strom komplett ausgefallen. Mitarbeiter der Stadtwerke arbeiteten mit Hochdruck daran, den Defekt zu finden und zu beheben, sagte Nell-Düvel. Sie berichtete, dass am Mittag mit Sirenen die Feuerwehr alarmiert worden sei. In den Krankenhäusern und Apotheken seien die vorhandenen Notstromaggregate in Betrieb genommen, Banken aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

          Schadensstelle weitgehend eingegrenzt

          Polizeisprecher Jörg Reinemer hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass Polizei und Feuerwehr nur mit Mobiltelefonen über die Notrufnummern 110 und 112 in dringenden Fällen erreichbar seien. Weil auch die Ampelanlagen in der Stadt ausgefallen waren, waren mehrere Streifenwagenbesatzungen in die Kurstadt entsandt worden, um den Verkehr zu regeln und für Sicherheit zu sorgen.

          Am Abend sagte Reinemer, die Lage in Bad Nauheim habe sich „weitgehend normalisiert“. Die Stadtwerke hätten die Schadensstelle inzwischen „weitestgehend eingegrenzt“ und seien dabei, den Schaden zu beheben. Als bemerkenswert bezeichnete es der Polizeisprecher, dass es trotz der Stromausfälle an den Ampelanlagen zu keinen größeren Verkehrsunfällen gekommen sei. Anwohner bestätigten, dass sich die Autofahrer auch gegenüber Fußgängern an den Kreuzungen sehr rücksichtsvoll verhalten hätten.

          Der Wetterauer Landrat Joachim Arnold hatte am Mittag den Führungsstab der Leitstelle zusammengerufen. Die in einem Gebäude der Kreisverwaltung am Friedberger Europaplatz eingerichtete Leitstelle ist für die zentrale Steuerung der Einsatzkräfte zuständig. Die Kreisverwaltung teilte mit, dass das Gefahreninformationstelefon des Kreises unter 06031/83 82 83 zu erreichen sei.

          Landrat Arnold teilte am Abend mit, dass 90 Prozent der betroffenen Bereiche zwar in der Zwischenzeit wieder mit Strom versorgt würden. Der Stromausfall, der seit dem Mittag die Kernstadt von Bad Nauheim und den Stadtteil Nieder-Mörlen lahm gelegt hatte, sei noch nicht vollständig behoben. Nach Angaben Arnolds liegt der Defekt an einer der Hauptleitungen zur Einspeisung des Stroms. Am Abend hatten allerdings noch etliche Bad Nauheimer Bürger keinen Strom und mussten ihre Wohnungen mit Kerzen oder Taschenlampen beleuchten.

          Netzausfall in dieser Größenordnung ungewöhnlich

          Ein Netzausfall wie in Bad Nauheim sei in dieser Größenordnung für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich, sagte Reinhold Merbs, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, der auch für die Gefahrenabwehr in der Wetterau zuständig ist. Eine Herausforderung sei es gewesen, die Stromversorgung der Kliniken in der Kurstadt sicherzustellen. „Hier konnte zwar mit den vorhandenen Notstromaggregaten der Ausfall kompensiert werden, aber es zeigt auch, wie anfällig unsere hochtechnisierte Infrastruktur ist“, gab Landrat Arnold zu bedenken. Überdies sei das Mobilfunknetz teilweise empfindlich gestört gewesen. Zum Teil hätte die Leitstelle des Wetteraukreises keine Verbindung zu den Kliniken und Altenheimen herstellen können.

          Für den Fall, dass die Kliniken hätten evakuiert werden müssen, standen nach Angaben von Merbs zwischenzeitlich 120 Fachkräfte und Mediziner von Hilfsorganisationen bereits im Friedberger Stadtteil Ockstadt in Bereitschaft. Zusätzlich waren 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Bad Nauheim, Bad Vilbel, Echzell und Frankfurt alarmiert worden.

          „An der Ermittlung und Behebung der Ursache für den Stromausfall arbeiten Mitarbeiter der Stadtwerke und der in Friedberg ansässigen Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) noch“, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Dass weite Teile Bad Nauheims und Nieder-Mörlens inzwischen wieder mit Strom versorgt seien, liege daran, dass der Strom über Nebenleitungen eingespeist werde, erläuterte Axel Finkeldey von der Netzgesellschaft der Ovag.

          Topmeldungen

          Schüler einer vierten Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts in Dresden auf ihren Plätzen.

          Im neuen Schuljahr : Welcher Lernstoff ist verzichtbar?

          Auch nach den Sommerferien wird der Unterricht anders sein als gewohnt. Drei Szenarien sind denkbar. Die Friedrich Ebert Stiftung schlägt nun vor, Prüfungs- und Lehrinhalte zu reduzieren. Streit ist programmiert.
          Streit mit der Bild-Zeitung: Virologe Christian Drosten

          „Bild“ gegen Drosten : Wahrheit im Corona-Style

          Die Kampagne gegen den Virologen Drosten ist sachlich unbegründet, niveaulos und niederträchtig. Sie richtet sich gegen die Wissenschaft. Und damit ist weder der Gesellschaft noch der Politik gedient.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.