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Nach Sexualstraftat : Schüler-Handys durchsucht

Sie finden eine unbekannte, nicht selbst installierte Apps auf dem Smartphone?: Das könnte ein möglicher Hinweis auf Stalkerware sein. Bild: obs

An einer Schule im hessischen Neu-Anspach wurden die Handys von drei Jahrgängen durchsucht und die Schüler befragt. Der Einsatz hatte wegen einer falschen Behauptung für Empörung gesorgt.

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          Nach einer Sexualstraftat, deren Opfer vergangene Woche ein Mädchen in Usingen geworden ist, sind an der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach die Mobiltelefone dreier Jahrgänge von Kriminalbeamten durchgesehen und die Schüler befragt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers ging es um die Klassenstufen sechs bis acht, also Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Es bestehe der Verdacht, dass Aufnahmen der Tat verbreitet worden seien. „Schon das ist eine Straftat“, sagte der Sprecher. Außerdem hätten die Beamten am Freitag Beweise sichern wollen. Die Gespräche seien keine Vernehmungen, sondern die Befragung möglicher Zeugen gewesen. Der Polizei gehe es darum, das minderjährige Opfer zu schützen.

          Der Einsatz hat am Mittwoch im Nachhinein für teils empörte Reaktionen auf einem Kurznachrichtendienst geführt. Was auch daran lag, dass falsche Behauptungen verbreitet wurden, etwa dass es um die Beschädigung einer Grillhütte ging. Die Polizei stellte klar, dass die Aktion von der Staatsanwaltschaft Frankfurt genehmigt worden sei, was deren Sprecherin bestätigte. Die Eltern seien am Freitag mit einem per Mail verschickten Elternbrief informiert worden, dass ihre Kinder möglicherweise später aus der Schule nach Hause kommen könnten.

          Zum Ergebnis der Aktion konnte sie noch nichts sagen. Die Schule hat nach Einschätzung von Schulamtsleiterin Rosemarie zur Heiden kooperieren müssen und umsichtig gehandelt.

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