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Öffentlicher Nahverkehr : Am Montag fahren in Frankfurt wieder alle U-Bahnen

So sah er sechs Wochen lang aus: Der Frankfurter U-Bahn-Schacht während der Bauarbeiten. Bild: Pepaj, Marina

Pünktlich zum Ende der Schulferien wird die Sperrung auf der Innenstadt-Strecke aufgehoben. Die Sanierungsarbeiten blieben im Zeitplan.

          Die Zeit der U-Bahn-Sperrung in Frankfurt endet: Von Montag an fahren auf der A-Strecke, die mit durchschnittlich 110000 Fahrgäste am Tag der meistbefahrene Abschnitt des städtischen U-Bahn-Netzes ist, die Züge der Linien U1, U2, U3 und U8 wieder regulär. Auch auf der C-Strecke verkehren die Bahnen der U4 und U7 von Wochenbeginn an wieder wie gewohnt. Teile der A-Strecke sowie der C-Strecke waren während der Sommerferien sechs Wochen lang wegen umfangreicher Bauarbeiten gesperrt worden.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den Transport der Fahrgäste übernahmen stattdessen Busse. Nach Angaben des Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) hat der Ersatzverkehr gut funktioniert: „Es hat fast keine Beschwerden gegeben.“ Das sei bei Verkehrseinschränkungen solchen Ausmaßes ungewöhnlich. Die Bevölkerung habe großes Verständnis für die Entscheidung der Verkehrsgesellschaft Frankfurt(VGF) gezeigt, die unumgänglichen Erneuerungsarbeiten auf der mittlerweile 51 Jahre alten A-Strecke nicht über eine lange Zeit zu strecken und dabei immer wieder Abschnitte für einige Tage zu sperren, sondern zu bündeln und in einem Zug vorzunehmen.

          In die Sanierungsarbeiten steckte die VGF etwa 20 Millionen Euro. Frankfurts Kämmerer Uwe Becker (CDU) sagte, die Kommune statte die VGF finanziell so aus, dass die ihre Infrastruktur instand halten könne. Frankfurt lasse nicht zu, dass die Gleise und Bahnhöfe auf Verschleiß genutzt würden, wie es etwa in Großbritannien geschehe. Die Stadt habe sich außerdem dafür entschieden, das Schienennetz der U-Bahn und der Straßenbahn nicht zu privatisieren, sondern es der städtischen VGF anzuvertrauen. „Bei dieser Linie bleiben wir.“

          Acht von zehn sind zufrieden

          In einer Umfrage haben Oesterling zufolge 80 Prozent der Befragten das Konzept der VGF gutgeheißen, während der Sommerferien die A-Strecke komplett zu sperren. Es sei der Verkehrsgesellschaft gut gelungen, die 70.000 bis 80.000 Fahrgäste, die während der Ferienzeit normalerweise auf dieser Strecke führen, mit Bussen an deren Ziele zu bringen. Dafür habe die VGF Busse aus dem ganzen Bundesgebiet gemietet. Ein großes Durcheinander unter den Fahrgästen zu Beginn der Sperrung sei nicht zuletzt dadurch vermeiden worden, dass der sechswöchige Ausfall der U-Bahnen auf der A-Strecke schon Wochen zuvor angekündigt worden sei.

          Die erst Mitte der achtziger Jahre eröffnete C-Strecke wurde in ihrem östlichen Teil während der Sommerferien nicht wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Dort ging es unter der Regie der Straßenverwaltung Hessen Mobil vielmehr darum, die Arbeiten für den Riederwaldtunnel, vorzubereiten. Allerdings nutzte die VGF die Gelegenheit für Arbeiten an den U-Bahn-Gleisen entlang der Borsigallee. Dort wurden morsche Holzschwellen ausgetauscht und zwei Überfahrten sowie Fußgängerüberwege erneuert.

          Weichen erneuert, Glasfaserkabel gelegt

          Während der sechswöchigen Sperrung der A-Strecke hat die VGF unter anderem Weichen erneuert. Außerdem wurde die teils noch aus dem Jahr 1968 stammende Elektroinfrastruktur in dem Tunnel ersetzt und Glasfaserkabel für den BOS-Funk eingezogen, der von der Feuerwehr, der Polizei sowie Rettungsdiensten genutzt wird. Darüber hinaus wurde in verschiedenen Stationen und einigen Tunnelabschnitten der Beton saniert. Außerdem ließ die VGF an den Stationen Hauptwache und Holzhausenstraße die Abwasserleitungen ersetzen. Ferner montierten ihre Fachleute in der Station Südbahnhof zwei neue Rolltreppen.

          Auf dem überirdischen Abschnitt der A-Strecke wurde zwischen Heddernheim und Weißer Stein Gleise, Schwellen und das Gleisbett erneuert. Auf einer Länge von zwölf Kilometern bekamen die Schienen einen neuen Schliff. Außerdem sanierten die Bautrupps fünf Überwege sowie zahlreiche Masten für die Oberleitung. Auch der Fahrdraht, der den U-Bahne den Strom liefert, wurde auf langen Abschnitten ausgetauscht.

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