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Schlichtung erfolgreich : Mehr Lohn für Hessens Busfahrer

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Wieder in Fahrt: Nach den Busfahrerstreiks in Hessen gibt es endlich eine Einigung. Bild: dpa

Am Ende eines Arbeitskampfes zufriedene Gesichter. Die hessischen Busfahrer erhalten deutlich höhere Stundenlöhne - allerdings gestaffelt. Eine Schlichtung brachte den Durchbruch.

          Zwei Wochen lang streikten die Fahrer von mehr als 20 Omnibusunternehmen in Hessen - nun ist die Schlichtung erfolgreich gewesen. Nach der am Freitag in Frankfurt vorgestellten Einigung wird der Ecklohn von derzeit zwölf Euro in der Stunde in Stufen auf 13,50 angehoben. Bereits von Februar an sollen die Fahrer 12,50 Euro in der Stunde erhalten, von 2018 an 13 Euro und von Dezember 2018 an 13,50 Euro. Die Laufzeit umfasse den Zeitraum bis Ende März 2019.

          Das Ergebnis sei in rund 40 Stunden Verhandlungszeit erzielt worden, sagte der ehemalige Eintracht Frankfurt-Vorstandschef Volker Sparmann, der vom Landesverband Hessischer Omnibusbusunternehmer (LHO) mit der Schlichtung beauftragt worden war. Nun gelte es, nach vorne zu blicken.

          Abwanderung des Nachwuchses verhindern

          Der ehemalige baden-württembergische SPD-Landtagsabgeordnete Rudolf Hausmann, der in der Schlichtung die Busfahrer vertreten hatte, hob besonders den Einstieg in eine betriebliche Altersversorgung von Dezember 2018 an hervor. Dies sei auch eine Möglichkeit, einer möglichen Altersarmut entgegen zu wirken, betonte er. „Das schwierigste war die Pausenregelung“, sagte er.

          Theoretisch könnte der Arbeitskampf allerdings noch andauern: Denn während Verdi-Vertreter Ronald Laubrock den streikenden Fahrern das Ergebnis der Schlichtung zur Annahme empfiehlt, steht nun noch eine Mitgliederbefragung in den Streikbetrieben an. „Ich bin aber optimistisch, dass der Vorschlag angenommen wird“, sagte er.

          Besondere Bedeutung hätten die vereinbarten Regelungen zur Ausbildung und Ausbildungsvergütung, sagte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan. So sollen die Auszubildenden statt derzeit 725 Euro im ersten Ausbildungsjahr bis Dezember 2018 nach einer Zwischenstufe 800 Euro erhalten. Im vierten Ausbildungsjahr soll die Vergütung von derzeit 850 auf 930 Euro im Dezember 2018 steigen. So solle auch eine Abwanderung des Nachwuchses in Nachbargebiete verhindert werden.

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