Hanau :
Nach Messerattacke weitere Tatverdächtige ermittelt

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Tatort: Hirschstraße/Ecke Langstraße in der Nähe des Klinikums Hanau
Nach der Messerattacke von Hanau hat die Polizei weitere Tatverdächtige ermittelt. Zwei Männer wurden zwar aus dem Gewahrsam entlassen, bleiben aber im Blickfeld der Ermittler.

Zwei syrische Staatsangehörige, die nach den Messerattacken am späten Dienstagabend in der Hanauer Innenstadt festgenommen wurden, sind auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Auskunft von Staatsanwalt Dominik Mies konnte ein dringender Tatverdacht gegen die beiden 23 und 29 Jahre alten Männer nicht nachgewiesen werden. Die Ermittler halten die beiden aber weiterhin für verdächtig, an dem Geschehen beteiligt gewesen zu sein, bei dem vier junge Männer ausländischer Herkunft zum Teil schwer verletzt worden waren.

Laut Mies ermittelte die Kriminalpolizei inzwischen die Identitäten weiterer Tatverdächtiger. Um wie viele Personen es sich handelt und ob sie festgesetzt wurden, dazu gab Mies am Donnerstag keine Auskunft.

Die vier Verletzten waren am Dienstagabend mit Messerstichwunden und anderen Verletzungen nacheinander ins Hanauer Klinikum gekommen. Sie gaben an, unabhängig voneinander von fünf bis sieben bärtigen Männern in der Innenstadt attackiert worden zu sein. Nach den ersten Ermittlungen hatte es jedoch vermutlich einen Streit unter den Beteiligten gegeben.

Für die Stadtgesellschaft eine schwierige Situation

Die Ermittlungen laufen Mies zufolge weiter auf Hochtouren. Die Kriminalpolizei habe eine aus fünf Mitgliedern bestehende Arbeitsgruppe zur Aufklärung gebildet. Gesucht werde weiterhin nach Zeugen.

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) übermittelte den Verletzten, von denen einer vorübergehend in Lebensgefahr schwebte, Genesungswünsche. Da im Rahmen der Fahndung ein Polizei-Hubschrauber über der Innenstadt gekreist habe, seien viele Hanauer beunruhigt gewesen. Nach dem Attentat vom 19. Februar, bei dem zehn Menschen getötet wurden, sei es wieder zu einer schrecklichen Tat gekommen und sie treffe die Stadt in einer ohnehin schwierigen Zeit.

Kaminsky bedauert, dass die Bürger, vor allem die Opferangehörigen, wegen der Corona-Krise bisher keine Möglichkeit hatten, diese Terrormorde in gemeinsamen Gesprächen und persönlichen Treffen zu verarbeiten. Das sei für die Stadtgesellschaft eine schwierige Situation.