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Nach Hasskommentaren : Republikaner legt Mandat nieder

  • Aktualisiert am

Der Republikaner hat es wegen eines Posts nun mit einer Strafanzeige zu tun (Symbolbild). Bild: dpa

Der Hanauer Stadtverordnete Jürgen Lang wird nicht mehr Kandidat bei der Kommunalwahl sein. Mehrere Politiker hatten interveniert, nachdem der Republikaner mit Hasskommentaren im Netz aufgefallen war.

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          Der Stadtverordnete Jürgen Lang der Republikaner legt sein Mandat nieder. Er wird auch nicht mehr auf der Kandidatenliste seiner Partei zur Kommunalwahl stehen. Diese Zusage hat Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (SPD) von Bert-Rüdiger Förster, Fraktionsvorsitzender der Republikaner, erhalten. Den sofortigen Rückzug Langs aus der Stadtverordnetenversammlung hatte Funck in Briefen an ihn und Förster gefordert. Anlass waren Hasskommentare, Fotos und Filme, die Lang im Internet, vor allem über Facebook, verbreitet haben soll und die inzwischen gelöscht sind.

          Die Stadtverordnetenvorsteherin und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) stellten laut Funck über das Rathaus zudem Strafanzeige, insbesondere wegen Verunglimpfung des Staatsoberhaupts. Eine von dem Republikaner auf Facebook veröffentlichte Fotocollage zeigte die Anklagebank der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Die Köpfe der damaligen Angeklagten wurden durch die Gesichter aktueller Regierungsvertreter ersetzt, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

          Das Einschreiten gegen diese Verunglimpfung des Staatsoberhauptes und andere Widerwärtigkeiten, die Lang im Netz verbreitet habe, wertete Funck am Montag als wichtiges Signal gegen Hetze und für die Demokratie. Die Posts des 47 Jahre alten Hanauers hatten Empörung bei den demokratischen Parteien in Hanau ausgelöst. Oberbürgermeister Kaminsky kommentierte den Rückzug Langs mit den Worten, es sei die unverzügliche Gegenwehr von Demokraten gewesen, die dazu geführt habe, dass Lang sein Mandat nicht mehr ausübe.

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