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Nach Fußballspiel : Beamte als „Dreckspack“ beleidigt

  • -Aktualisiert am

Beschimpft: eine Polizistin (Symbolbild) Bild: dpa

Am Freitag hat das Amtsgericht Frankfurt einen Studenten schuldig gesprochen, Polizeibeamte nach einem Fußballspiel beleidigt zu haben. Der Täter ist bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Delikten aufgefallen.

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          Das Amtsgericht Frankfurt hat am Freitag einen Mann wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt. Dem 22 Jahre alten Studenten wurde vorgeworfen, Polizeibeamte am 24. März vergangenen Jahres als „Dreckspack“ bezeichnet, und ihnen eine Verbindung zu den rechtsextremen Morddrohungen unterstellt zu haben, die seit 2018 unter dem Pseudonym NSU 2.0 verschickt werden. Der Angeklagte ließ durch seine Anwältin erklären, dass er sein Verhalten bereue und sich entschuldige.

          Der Vorfall ereignete sich nach einem Fußballspiel des FSV Frankfurt gegen den FC08 Homburg beim Stadion am Bornheimer Hang. Nach Verlassen des Stadions kontrollierten die Polizeibeamten einen anderen Besucher, der bei einem früheren Spiel ein Transparent gezeigt haben sollte, auf dem der Innenminister mit den Worten „Beuth ist scheiße“ beleidigt worden war. Zehn bis fünfzehn Stadionbesucher solidarisierten sich daraufhin mit dem Betroffenen, und umringten die Polizeibeamten, um die Kontrolle zu stören. Aus dieser Gruppe heraus versetzte der Angeklagte dem leitenden Beamten mit der Hand einen Stoß gegen den Brustbereich, und sagte: „Ihr hättet auch gern das alte Deutschland zurück.“ Und weiter: „Ihr seid ein richtiges Dreckspack“. Die Beamten stellten später Anzeige gegen den Mann.

          Ähnliche Delikte bereits in der Vergangenheit

          Als Zeugen im Verfahren sagten der geschädigte Beamte sowie ein weiterer Polizist aus. Außerdem wurde ein Video in Augenschein genommen, dass von der Polizei zum Tatzeitpunkt angefertigt worden war. Der Student konnte sich an den Schubser nicht erinnern, stritt die Vorwürfe aber nicht ab. Laut dem Angeklagten ging seiner Beleidigung eine Beleidigung seitens einer Polizistin voraus, außerdem soll ein Beamter eine Person am Hals und an den Haaren gepackt haben.

          Die Richterin sah für diese Vorwürfe keinerlei Anhaltspunkte. Der Angeklagte ist bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Delikten in Erscheinung getreten. So wurde ihm schon mehrfach Sachbeschädigung und Beleidigung vorgeworfen. Auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte musste er sich schon im vergangenen Jahr vor Gericht verantworten.

          Mit seiner Beleidigung bezog sich der Angeklagte auf die rechtsextremen Morddrohungen, die unter anderem die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz und die Linken-Politikerin Janine Wissler erhalten haben. Seit 2018 versenden Unbekannte Drohbriefe unter dem Pseudonym NSU 2.0 an Politikerinnen und Personen des öffentlichen Lebens. Vor allem Frauen, die sich gegen die rechte Szene engagieren, sind betroffen. Im Fokus der Ermittlungen stehen inzwischen Polizeibeamte aus Berlin und Hessen, ein Beamter des Reviers 1 in Frankfurt wird inzwischen als Beschuldigter geführt.

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