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Nach der Wahl in Niedersachsen : Optimismus in beiden Lagern

  • -Aktualisiert am

Guter Stimmung: SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel sieht die SPD auch in Hessen im Aufwind. Bild: dpa

Beide politischen Lager im hessischen Landtag werten das Ergebnis der Wahl in Niedersachsen als Ermutigung. SPD und Grüne sehen darin einen Hinweis, dass ein Politikwechsel auch in Hessen möglich sei.

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          Beide politischen Lager im hessischen Landtag werten das Ergebnis der Wahl in Niedersachsen als Ermutigung. SPD und Grüne sehen darin einen Hinweis, dass ein Politikwechsel auch in Hessen möglich sei. CDU und FDP nehmen den knappen Wahlausgang als Indiz, dass eine schwarz-gelbe Mehrheit sowohl im Bund als auch in Hessen wieder vorstellbar sei.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Wechselstimmung ist auch in Hessen deutlich messbar“, sagte Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) am Montag unter Hinweis auf Umfragen, die eine Mehrheit für Rot-Grün ergeben. Der knappe Sieg von SPD und Grünen in Hannover stimme ihn auch deshalb optimistisch, weil der dort abgewählte Ministerpräsident David McAllister deutlich höhere Sympathiewerte erreiche als sein hessischer Amtskollege Volker Bouffier (CDU).

          Hahn: Bessere Position für FDP

          Der Partei- und Fraktionschef der Grünen, Tarek Al-Wazir, zeigte sich erfreut über das gute Abschneiden seiner Partei, das letztlich entscheidend für die Abwahl der CDU/FDP-Koalition in Hannover gewesen sei. Zwei weitere wichtige Erkenntnisse aus Sicht des Grünen-Vorsitzenden: Die Linkspartei sei im Westteil der Republik „endgültig Geschichte“, und „das Piratenschiff ist gesunken“. Er erwarte, dass auch im hessischen Landtag nach der Wahl im September nur noch maximal vier Parteien vertreten seien. Das Ergebnis vom Sonntag mache ihn ausgesprochen zuversichtlich. „Wenn ein Sieg in Hannover möglich ist, obwohl die SPD im Wahlkampf alles falsch gemacht hat, was ist dann erst möglich, wenn die SPD mal alles richtig macht?“

          Der FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn sieht die Ausgangsposition für Union und Liberale in Hessen „deutlich verbessert“. Er rechne für seine Partei bei der Landtagswahl mit einem zweistelligen Ergebnis. Die Botschaft, die die Wähler in Niedersachsen ausgesandt hätten, laute: „Die FDP darf nicht untergehen.“ Er erwarte, dass die schwarz-gelbe Koalition im Bund von nun an deutlich geschlossener auftreten werde.

          Termin für Landtagswahl soll bekanntgegeben werden

          CDU-Generalsekretär Peter Beuth äußerte sich enttäuscht über das Ende der schwarz-gelben Regierung in Niedersachsen. Immerhin habe die Union im Nachbarland dazu beigetragen, dass die FDP nun gelassener und ohne ständige Personalquerelen die nächsten Wahlkämpfe ansteuern könne. „Diese Chance sollte sie jetzt auch nutzen.“ Im Übrigen habe die FDP in Hessen keine Leihstimmenkampagne nötig, weil sie den Wiedereinzug in den Landtag aus eigener Kraft schaffen werde.

          Am Dienstag wollen Ministerpräsident Bouffier und sein Stellvertreter Hahn den Termin für die hessische Landtagswahl bekanntgeben. Wie berichtet, soll sie zusammen mit der Bundestagswahl am 22.September stattfinden.

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