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Nach Äußerung zu künstlicher Befruchtung : Autorin Lewitscharoff soll ausgeladen werden

  • -Aktualisiert am

„Halbwesen“ und „zweifelhafte Geschöpfe“: So bezeichnete die Autorin Sibylle Lewitscharoff Menschen, die durch künstliche Befruchtung gezeugt werden. Bild: dpa

Die Grünen und Jusos fordern Sanktionen gegenüber Sibylle Lewitscharoff wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zu künstlich gezeugtem Leben. Die Jusos legten der Autorin nahe, den Georg-Büchner-Preis zurückzugeben.

          In den Reihen der Kommunalpolitiker im Rhein-Main-Gebiet formiert sich Widerstand gegen die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. So forderten die Darmstädter Jungsozialisten die Autorin auf, angesichts ihrer Äußerungen zu durch künstliche Befruchtung gezeugten Menschen den ihr verliehenen Georg-Büchner-Preis zurückzugeben, den die in Darmstadt ansässige Akademie für Sprache und Dichtung vergibt.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Lewitscharoffs Worte drückten Hass und Verachtung aus, sagte der Juso-Vorsitzende Tim Huß. Sie sei nicht in der Lage, sensible Gesellschaftsthemen anzusprechen, sondern nutze Sprache als Werkzeug für menschenfeindliche Botschaften. Ebenso wollen die Grünen in Bad Soden einen Auftritt der Schriftstellerin, der für den 8.Mai im Badehaus geplant ist, verhindern.

          „Vorpreschen der Grünen“

          Lewitscharoff, die künstlich gezeugte Menschen in einer Rede als „Halbwesen“ und „zweifelhafte Geschöpfe“ bezeichnet hatte, müsse ausgeladen werden, heißt es in einer Grünen-Mitteilung von Vorstandssprecher Rüdiger Brause. Die gemeinsam von HR2-Kultur, dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturlandes Hessen, dem Freien Deutschen Hochstift und dem Magistrat der Stadt Bad Soden in der Reihe „Handschriften der Romantik, neu gelesen von...“ geplante Veranstaltung dürfe nicht mit Lewitscharoff stattfinden. Sie soll über ihren Lieblingsdichter Clemens von Brentano sprechen. Brause zitiert Artikel1 des Grundgesetzes, nach dem „die Würde des Menschen unantastbar“ ist und „sie zu achten und zu schützen Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ ist.

          Es sei nicht Anliegen der Grünen, Lewitscharoff ihre Meinung zu verbieten, da die Meinungsfreiheit ein hohes Gut sei, schreibt Brause. Aber die Grünen erwarteten, dass der Magistrat einer Person, die sich derart menschenverachtend äußere, keine Plattform in Bad Soden biete. Unterdessen bedauerte Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) „das Vorpreschen der Grünen“. Dem Magistrat sei die Brisanz der Veranstaltung durchaus bewusst, weshalb alle Magistratsmitglieder einig gewesen seien, zunächst Informationen zu sammeln und sich mit den Mitveranstaltern in Verbindung zu setzen. Erst am Dienstag werde der Magistrat eine Entscheidung treffen, kündigte Altenkamp an.

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