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Muslimfeindlichkeit : Nicht nur auf das Kopftuch schauen

Anja Middelbeck-Varwick: „Wir haben in Deutschland ein massives Problem mit der Diskriminierung von Musliminnen und Muslimen“ (Symbolbild). Bild: dpa

Wie lässt sich Muslimfeindlichkeit bekämpfen? Eine Theologin der Goethe-Uni in Frankfurt soll für den Innenminister nach Antworten suchen.

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          Sie ist der Ansicht, dass Muslimen in Deutschland zu oft Unrecht getan werde, und ein Besuch in einer Moschee hat Anja Middelbeck-Varwick kürzlich wieder in dieser Überzeugung bestärkt. Der Imam hatte zu einem Themenabend eingeladen. Was er als Erstes erläuterte, waren nicht die „Fünf Säulen des Islam“, also Glaubensbekenntnis, Beten, Fasten, Pilgern und Spenden, sondern die Bedeutung des Worts „Dschihad“. Offenbar sah sich der Vorbeter zu der Klarstellung genötigt, dass sich unter seinem Dach keine gewaltbereiten Gotteskrieger versammelten. „Da dachte ich: Wie weit sind wir in diesem Land?“, sagt Middelbeck-Varwick.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die 46 Jahre alte Wissenschaftlerin ist keine Konvertitin, sondern römisch-katholische Theologin. An der Goethe-Uni hat sie seit vergangenem Jahr einen Lehrstuhl für Religionstheologie und Religionswissenschaft inne. Als Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und in kirchlichen Kommissionen engagiert sie sich für den Dialog zwischen den Religionen. Seit kurzem gehört sie einem weiteren Gremium an: dem Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit, ins Leben gerufen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

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