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Orchesterakademie in Frankfurt : Bereit für das Zusammenspiel

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Tutorin und Stipendiat: Lola Descours im Unterricht mit dem Fagottspieler Philipp Nadler. Bild: Wonge Bergmann

Hier werden Teamplayer gesucht: So bereitet die Paul-Hindemith-Orchesterakademie in Frankfurt junge Musiker auf den Berufsalltag vor.

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          Die ersten Takte von Mozarts „Così fan tutte“ erklingen im Orchesterprobenraum der Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz. Man erkennt sie sofort, obwohl nur ein einsames Fagott spielt. Philipp Nadler hat an diesem Nachmittag Einzelunterricht bei Lola Descours. Die Solofagottistin des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters leitet ihren jungen Schüler an. „Nicht zu viel Vibrato“, mahnt sie: „Und denk bis zum Ende der Phrase.“ Dann gestikuliert sie, singt und spielt die Takte vor, um die Phrasierung zu verdeutlichen.

          Eine so intensive Betreuung bekommt nicht jeder Nachwuchsmusiker. Nadler ist seit August Stipendiat der Paul-Hindemith-Orchesterakademie. Der 26 Jahre alte Fagottist aus Schramberg wird mit zehn anderen Akademisten in einem zwei Jahre langen Ausbildungsprogramm auf den Beruf des Orchestermusikers vorbereitet. Neben Einzelunterricht bietet die Akademie ein ganzes Bündel anderer Maßnahmen: Der Kern ist die Mitwirkung im Orchester, aber auch regelmäßige Auftritte in Kammermusikensembles, Mentaltraining und Probespielsimulation stehen auf dem Programm. „Ich hätte das auch gerne gemacht“, sagt Descours.

          Paul Hindemith ist der Namenspatron der vor vier Jahren gegründeten Akademie. Er hatte sich schon als Neunzehnjähriger die Stelle des Ersten Konzertmeisters im Frankfurter Opern- und Museumsorchester erspielt. Doch der Schritt vom Musikstudenten zum Berufsmusiker und Orchestermitglied gelingt heute nicht mehr so reibungslos wie zu seinen Zeiten. Genau dort hilft die nach ihm benannte Akademie: Sie schlägt eine Brücke zwischen Hochschule und Orchesterpraxis.

          Individualität ist im Orchester nicht gefragt

          Denn im Orchesteralltag sind plötzlich ganz andere Fähigkeiten gefragt als in einem solistischen Studium, in dem Individualität gelehrt wird. Man müsse schnell vom Einzelkämpfer zum Teamplayer werden, erklärt Christine Schwarzmayr. Sie ist Mitglied des Akademievorstands und seit 18 Jahren eine der Ersten Geigen des Frankfurter Orchesters. Dort hilft sie den jungen Musikern, den Schritt von der Theorie in die Praxis zu meistern.

          „Ich würde diese ersten Erfahrungen nicht gerne erst im Probejahr machen“, sagt Nadler. Während des ersten Jahres in einem neuen Orchester stehen junge Instrumentalisten nämlich unter ständiger Beobachtung: Auffassungsgabe und Zusammenspiel im Kollektiv werden bewertet. „Da ist der erste Eindruck sehr wichtig“, sagt Schwarzmayr. Sollte er schlecht ausfallen, kann die Stelle nach dem Probejahr neu besetzt werden. Die in der Akademie gemachten Erfahrungen sollen den Einstieg in die professionelle Welt der Orchestermusiker etwas erleichtern. Die Auszubildenden können sich ohne Druck an die besonderen Verhältnisse in einem Orchester gewöhnen. „Das kann man im Einzelunterricht an der Hochschule nicht lernen“, sagt Descours.

          Zudem werden die Akademisten gründlich auf das Probespiel vorbereitet, das als entscheidender Moment am Anfang einer Orchesterkarriere steht. In Frankfurt wird alle zwei Monate der Ernstfall geprobt – unter realistischen Bedingungen vor Tutoren, Orchestermitgliedern und anderen Stipendiaten. „Die Leistung hängt sehr von der Tagesform ab, sie ist immer verschieden“, sagt Hanna Bruchholz, die seit April 2017 als Geigenstipendiatin dabei ist und schon viele Probespielsimulationen hinter sich hat.

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