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Musical-Theater in Frankfurt : Da steckt noch Musik drin

Ein eigenes Haus für Mary: Das Musical „Mary Poppins“ ist im 2014 von der Stage Entertainment eröffneten Theater an der Elbe in Hamburg zu sehen. Bild: mars

Ein Musical-Theater in Frankfurt? In den neunziger Jahren scheiterten solche Versuche, doch das Interesse des Publikums ist da. Und die Reiselust auch.

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          Jedes Mal, wenn in den Stuttgarter Theatern ein neues Musical auf den Spielplan genommen wird, setzt sich die rüstige Rentnerin in Würzburg in den Bus und lässt sich von einem auf derlei Theaterausflüge spezialisierten Busunternehmen in die baden-württembergische Hauptstadt bringen. Dort trifft sie sich vielleicht noch mit ein, zwei Freundinnen zum Essen, bevor sie sich die Show ansieht und danach mit dem Bus wieder zurückreist, um nicht lange nach Mitternacht wieder zu Hause zu sein. „Besser, als vor dem Fernseher zu schlafen“, lacht sie. Das denken wohl auch andere Musicalfans aus dem Würzburger Raum, seien doch die Busse stets gut gefüllt, berichtet die 77 Jahre alte Frau. Was dem Würzburger Stuttgart, ist dem Stuttgarter vielleicht Frankfurt, wie etwa die Geschichte eines jungen Fans aus dem Schwäbischen belegt, der über ein Dutzend Mal an den Main reiste, um sich am English Theatre Aufführungen des Musicals „Spring Awakening“ anzusehen.

          Freunde des Musicals nehmen lange Fahrten in Kauf

          Christian Riethmüller
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dies sind nur zwei Beispiele für die Reiselust, die gerade Freunden des Musicals zu eigen ist. Die nehmen durchaus lange Anfahrten in Kauf, um neue Produktionen und Stücke zu sehen. Das Interesse gilt dabei nicht nur den Inszenierungen an etablierten Musical-Standorten wie eben Stuttgart, Berlin oder Hamburg, wo es eigene Spielstätten für diese Form des populären Musiktheaters gibt und sich längst ein entsprechender Städtetourismus entwickelt hat. Der mag nicht vergleichbar mit dem Broadway in New York oder dem West End in London sein, den Zentren der Musical-Welt, doch gilt danach Hamburg als deren drittwichtigster Standort.

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