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Privates Museum in Frankfurt : Goldrausch im Westend

Versunken: Ketten, Keilbarren und Toilettenbesteck stammen aus Wracks von Schiffen, die von der Neuen Welt nach Spanien unterwegs waren. Bild: Hubertus Hamm, Goldkammer

Es scheint auf den ersten Blick unauffällig: Ein Exponat im privaten Museum „Goldkammer“ in Frankfurt ist nur 22 Gramm leicht – und ist ein Stück Menschheitsgeschichte.

          3 Min.

          Es gibt weit aufwendiger gefertigte Exponate in dieser Ausstellung und größere allemal. Und doch geht von diesem 22 Gramm schweren Amulett eine besondere Faszination aus. Im Grunde besteht es aus nichts als einem Ring mit einer Öse, durch die einmal ein Band gesteckt war. Aber gerade die schlichte Form, die in ihrer Reduktion auf das Wesentliche ein modernes Logo sein könnte, lässt die Materialität des Goldes in den Vordergrund treten. Wer sich in den samtenen Glanz vertieft, entdeckt die Spuren der siebentausend Jahre zurückliegenden Herstellung und auch die feinen Kratzer, die das Ringidol wie ein Netz überziehen und von seinen Trägern berichten.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das kleine, für Exemplare seiner Art allerdings ungewöhnlich große Schmuckstück wurde im Schwarzmeergebiet gegossen. Dafür waren hohe Temperaturen nötig, die nur mit Brennstoffen wie Holzkohle und entwickelten Blasetechniken zu erreichen sind. So steht das Ringidol auch für einen Schritt in der Menschheitsgeschichte: Wer weiß, wie Gold zu gewinnen und zu verarbeiten ist, der kann damit handeln und überregionalen Einfluss erlangen. Aus der Schönheit des Materials erwächst weltliche Macht.

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